Wüstenelefanten

Abschuss ist keine Lösung

In Namibia stehen die sogenannten Wüstenelefanten bei vielen Menschen auf der Abschussliste, aber es gibt wirksame Strategien, die Konflikte zu entschärfen, ohne die Tiere zu töten.

In den semiariden Gebieten im Nordwesten Namibias leben ganz besondere Elefanten. Sie sind von jeher durch ihre spezielle Anpassung an das besonders trockene Klima bekannt, die ihnen den Namen Wüstenelefanten eingebracht hat. Heute gibt es in Namibia nicht mehr als 200 Wüstenelefanten. Lang anhaltende Dürreperioden treiben Dickhäuter und auch Menschen zur Verzweiflung, und Konflikte sind unausweichlich – aber sie sind lösbar!

Immer wieder zerstören Elefanten Wasserstellen, Brunnen und Rohrleitungen von Dörfern, um ihren Wasserbedarf von ca. 200 Litern pro Elefant und Tag zu decken. Zusammen mit Elephant-Human Relations Aid (EHRA) setzt sich die AGA für den Schutz der letzten Wüstenelefanten ein. EHRA bietet praktische und umsetzbare Lösungsansätze, wie spezielle Schutzmauern, die um Brunnen und Wassertanks gebaut werden. Ergänzt wird die Konfliktlösungsmaßnahme durch gezielte Umweltbildung und Workshops. Mit dem Bau eines Elefanten-Bildungszentrums beabsichtigen wir, die friedliche Koexistenz von Mensch und Elefant zu fördern. Auf diese Weise sollen die gefährdeten Wüstenelefanten geschützt werden, denn zahlreiche Elefanten wurden in den vergangenen Jahren zum Abschuss freigegeben – aber Abschuss ist keine Lösung!

Dies zeigt auch folgender Fall, der gerade weltweit für Entrüstung gesorgt hat: Im Juni 2019 wurde der Bulle „Voortrekker“ fälschlicherweise zum Problemtier erklärt, zum Abschuss freigegeben und als Trophäe getötet. Der Fall „Voortrekker“ hat auch gezeigt, dass ein Miteinander möglich ist, denn drei Conservancies aus der betroffenen Region wollen dem Staat nun einen „No-Hunting“ Antrag vorlegen. Durch die Arbeit von EHRA haben sie verstanden, dass die besonders an die Wüstenregion angepassten Elefanten bedroht sind. Nach intensiver Arbeit mit den Gemeinden haben diese erkannt, dass ein Großteil des Einkommens durch den Tourismus generiert wird. Die El-fanten sind dabei eine wichtige Attraktion. Wir sind froh über die gestiegene Akzeptanz bei der lokalen Bevölkerung und werden den Bau des Elefanten-Bildungszentrums unterstützen, um so ein Fundament für die weitere wirksame Aufklärungs- und Umweltbildungsarbeit zu legen.

Bilder © EHRA