Wüstenelefanten

Abschuss ist keine Lösung

In Namibia stehen die sogenannten Wüstenelefanten bei vielen Menschen auf der Abschussliste, aber es gibt wirksame Strategien, die Konflikte zu entschärfen, ohne die Tiere zu töten.

In den semiariden Gebieten im Nordwesten Namibias leben ganz besondere Elefanten. Sie sind von jeher durch ihre spezielle Anpassung an das besonders trockene Klima bekannt, die ihnen den Namen Wüstenelefanten eingebracht hat. Heute gibt es in Namibia nicht mehr als 200 Wüstenelefanten. Lang anhaltende Dürreperioden treiben Dickhäuter und auch Menschen zur Verzweiflung, und Konflikte sind unausweichlich und enden leider oft mit dem Abschuss der Dickhäuter – aber die Konflikte sind lösbar!

Immer wieder zerstören Elefanten auf ihrer Suche nach Wasser - um ihren Wasserbedarf von ca. 200 Litern pro Elefant und Tag zu decken - auch die Wasserstellen, Brunnen und Rohrleitungen von Dörfern. Zusammen mit Elephant-Human Relations Aid (EHRA) setzt sich die AGA für den Schutz der letzten Wüstenelefanten ein. EHRA bietet praktische und umsetzbare Lösungsansätze, wie spezielle Schutzmauern, die um Brunnen und Wassertanks gebaut werden sowie der Bau spezieller Elefantenbrunnen außerhalb der Dörfer. So müssen die Tiere nicht mehr durch die Dörfer wandern, sondern können in Ruhe trinken, ohne auf Menschen zu treffen. EHRA kann mit Unterstützung der AGA in den Jahren 2021 und 2022 insgesamt fünf Brunnen für die Elefanten bauen. Aber auch weitere Gemeinden der Umgebung sind auf Unterstüzung in Form von Schutzmauern und Elefantenbrunnen angewiesen.

Ergänzt wird die Konfliktlösungsmaßnahme durch gezielte Umweltbildung und Workshops. Mit einem neuen Elefanten-Bildungszentrums, das von der AGA mitfinanziert wurde, ist das Fundament für die weitere wirksame Aufklärungs- und Umweltbildungsarbeit gelegt. Der Bau des Elefanten-Bildungszentrums konnte 2021 abgeschlossen werden. Auf diese Weise sollen die gefährdeten Wüstenelefanten geschützt werden, denn zahlreiche Elefanten wurden in den vergangenen Jahren zum Abschuss freigegeben – aber Abschuss ist keine Lösung! 

Dies zeigt auch folgender Fall, der weltweit für Entrüstung gesorgt hat: Im Juni 2019 wurde der Bulle „Voortrekker“ fälschlicherweise zum Problemtier erklärt, zum Abschuss freigegeben und als Trophäe getötet. Der Fall „Voortrekker“ hat auch gezeigt, dass ein Miteinander möglich ist, denn drei Conservancies aus der betroffenen Region haben einen „No-Hunting“ Antrag vorbereitet. Durch die Arbeit von EHRA haben sie verstanden, dass die besonders an die Wüstenregion angepassten Elefanten bedroht sind. Nach intensiver Arbeit mit den Gemeinden haben diese erkannt, dass ein Großteil ihres Einkommens durch den Tourismus generiert wird. Die Elefanten sind dabei eine wichtige Attraktion. Wir sind froh über die gestiegene Akzeptanz bei der lokalen Bevölkerung.

Der Weltspiegel berichtete im Februar 2021 über die Pläne der namibischen Regierung, 170 Elefanten zum Verkauf freizugeben. Zudem wird auch die Arbeit unseres Projektpartners Elephant Human Relations Aid (EHRA) gezeigt, um Konflikte zwischen Menschen und Wüstenelefanten nachhaltig zu lösen – ohne die Dickhäuter zu töten oder zu verkaufen.

Die AGA unterstützt EHRA bei dieser wichtigen Arbeit, um den Verkauf dieser wunderbaren Riesen zu verhindern. Bitte unterstützen Sie den Schutz der Wüstenelefanten und den Bau von Elefantenbrunnen mit einer Spende.

Viele, viele Cent-Beträge helfen den Wüstenelefanten

Wir freuen uns sehr, dass der Bau eines Elefantenbrunnens durch die Förderung von „Cents for help“ ermöglicht wird. Für das Spendenprogramm „Cents for help“ verzichten Bosch-Mitarbeiter auf die Auszahlung der Cent-Beträge aus ihrer monatlichen Nettoentgeltüberweisung, vom Unternehmen wird der so gesammelte Spendenbeitrag noch verdoppelt.