18.01.2022

Eine Million EU-Bürger fordern ein Ende des Handels mit Haiflossen.
EU-Bürgerinitiative „StopFinning – Stop the Trade“ erreicht erforderliche Stimmenzahl. Die EUBürgerinitiative “Stop Finning - Stop the Trade” tritt für ein sofortiges Ende des Handels mit Haiflossen in der EU ein. In den letzten Tagen entstand eine Welle der Unterstützung. Am heutigen Tag erreichte die Initiative die erforderliche eine Million Unterstützungsbekundungen von EU-Bürgern. Auch viele Prominente aus Sport und dem Internet haben sich in den letzten Tagen hinter die Forderung gestellt. Nun muss sich die EU-Kommission mit der Forderung von „Stop Finning – Stop the Trade“ auseinandersetzen.

Die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V. unterstützt die von Sharkprojekt initiierte Bürgerinitiative.




Bilder 2-3 © Sharkproject / Friederike Kremer-Obrock, Bild 4 © stop-finning.eu

Unterzeichnen Sie die Petition für mehr Haischutz in der EU!

Um das Ende des Handels mit Haiflossen in der Europäischen Union (EU) zu fordern und den Schutz von Haien und Rochen zu stärken, ist am 31.01.2020 die EU-Bürgerinitiative Stop Finning - Stop the Trade gestartet.

Finning ist vermutlich die sinnloseste Fangpraxis auf den Weltmeeren. Dabei werden Haien – oft bei lebendigem Leib – die Flossen abgeschnitten. In der EU wurde den Fischereien 2003 das Abtrennen von Haiflossen an Bord der Schiffe durch eine Verordnung untersagt.

Es galt jedoch eine Ausnahmeregelung, die das Abtrennen der Flossen auf hoher See in bestimmten Fällen weiterhin ermöglichte. Im Jahr 2013 wurden dann auch diese Ausnahmen abgeschafft. Seitdem müssen sich zwar bei der Anlandung in der EU und auf EU-Schiffen die Flossen noch am Körper der Haie befinden (Fins naturally attached). Sobald die Haie angelandet sind, dürfen die Flossen aber entfernt werden und getrennt vom Hai exportiert werden.

Da die Flossen in der EU lose gehandelt werden dürfen, bleibt die Herkunft der Flossen häufig unklar. Auf den Schiffen der Fischereiindustrie reichen die Quoten an unabhängigen Beobachtern bei weitem nicht aus, um Finning ernsthaft zu verhindern.

Der Handel mit losen Haiflossen über Europa ist nach bisheriger Gesetzeslage erlaubt – sofern es sich dabei nicht um die 12 durch CITES geschützten Haispezies handelt. Beim Handel mit ganzen Haikörpern lassen sich diese geschützten Haiarten noch relativ leicht identifizieren, werden jedoch einzelne Haiflossen transportiert, stoßen selbst Experten an ihre Grenzen. Das liegt unter anderem daran, dass sich Form und Farbe der Flossen beim Trocknungsprozess verändern und dass ohne den zugehörigen Haikörper die Größenrelation fehlt. Zudem handelt es sich bei den gehandelten Flossen meist um eine Mischung verschiedener Altersstufen – dies stellt eine weitere Schwierigkeit dar, da bei jungen Haien wichtige Bestimmungsmerkmale häufig noch nicht ausgeprägt sind.

Stoppt den Handel mit Haiflossen in Europa

  • Der Handel mit Haiflossen in Europa muss sofort enden!
  • Das grausame Geschäft mit den Flossen wird sich erst dann nicht mehr lohnen, wenn der Handel von abgetrennten Haiflossen in der EU unterbunden wird.
  • Deshalb muss die existierende “Fins Naturally Attached”-Verordnung in der EU auch auf den Export, Import und Transit von Haien und Rochen ausgeweitet werden.

Weitere Infos finden Sie unter stop-finning.eu/

Insgesamt 20 Umweltschutzorganisationen, darunter die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V. und Sea Shepherd, unterstützen die von Sharkprojekt initiierte Bürgerinitiative.

Bitte unterzeichnen Sie die Petition zum Verbot des Handels mit Haiflossen in Europa.

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