SCHUTZPROJEKT „NASHORN“

Nashörner brauchen Schutz vor Wilderei, aber auch zusammenhängenden Lebensraum

Die Wilderei von Nashörnern hat in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. Die Wilderer haben es dabei auf das Horn der Tiere abgesehen, das meist auf asiatischen Märkten zu Höchstpreisen verkauft wird. Auch in Kenia und Namibia hat die Wilderei dieser charismatischen Dickhäuter spürbar zugenommen.

Aus diesem Grund unterstützt die AGA die Anti-Wilderei-Aktivitäten ihres Projektpartners in Kenia, des David Sheldrick Wildlife Trust (DSWT) und finanziert ein Wildhüterteam im Tsavo East Nationalpark. Die Wildhüter, die natürlich nicht nur die Nashörner, sondern auch Elefanten und viele weitere Wildtiere schützen, brauchen für die oft lebensgefährliche Arbeit zudem geeignete Ausrüstung. Mehrtägige Patrouillenfahrten und ausgedehnte Wanderungen durch die Wildnis des Nationalparks gehören zu ihrem Arbeitsalltag, den sie mit viel Engagement und einem Herz für „ihre“ Wildtiere meistern.

In nur wenigen Jahrzehnten wurde in Kenia eine Population von etwa 20.000 Spitzmaulnashörnern an den Rand der Ausrottung gebracht. Nur noch etwa 540 sind verblieben. Der Kenya Wildlife Service hat im Jahr 2017 um Unterstützung gebeten, die Heimat von etwa 90 Nashörnern im Meru Nationalpark sicherer zu machen. Die AGA beteiligte sich, gemeinsam mit der Partnerorganisation DSWT, an den Kosten für das bedeutende Vorhaben, um den Schutz der Nashörner im Meru Nationalpark in Kenia zu verbessern. Die Baumaßnahmen wurden 2018 erfolgreich abgeschlossen. 

Mit Unterstützung der AGA wurden die maroden Begrenzungen durch elektrische Zäune ersetzt und wichtige Wildtierkorridore berücksichtigt. An strategisch bedeutsamen Punkten sind jetzt Stationen für Wildhüter aufgebaut. Das verbessert den Schutz der bedrohten Nashörner vor Wilderern. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde das Schutzgebiet von knapp 48 km² auf etwa 84 km² ausgeweitet. Wir freuen uns, dass sich der Lebensraum der Nashörner fast verdoppelt hat. Der Meru Nationalpark bietet nun genug Platz für weiteren Nachwuchs und ein Anwachsen des Bestandes. In den kommenden Jahren kann hier eine der größten Nashorn-Populationen Kenias ein Zuhause finden.

In Namibia lebt mit gerade noch etwa 600 Tieren eine der größten verbliebenen Populationen an frei lebenden Spitzmaulnashörnern. Neben der Wilderei wird das Überleben dieser seltenen Dickhäuter durch den Verlust ihres Lebensraumes bedroht. Sie kommen nur noch in vereinzelten, abgegrenzten Gebieten vor. In der Regel sind dies Schutzgebiete, die zu klein sind, um auf Dauer eine überlebensfähige Population der Tierarten zu beherbergen.

Eine der größten Aufgaben für den Schutz der Nashörner in Namibia ist es deshalb, geeigneten Lebensraum für die Tiere zu erschließen und bestehende Gebiete zu vernetzen, um ein Wandern der Tiere und damit auch einen genetischen Austausch zwischen einzelnen Gruppen zu ermöglichen. Langfristiges Ziel eines vom namibischen Ministerium für Umwelt und Tourismus entwickelten Aktionsplans zum Schutz der Nashörner in Namibia ist es deshalb, in den kommenden Jahren eine überlebensfähige Population von mindestens 2000 Tieren aufzubauen und innerhalb und außerhalb von Schutzgebieten anzusiedeln. 

Um dieses ambitionierte Ziel erreichen zu können, muss auch kommerziell genutztes Farmland sowie Gemeindeland wieder Heimat der Dickhäuter werden. Neben der Entwicklung eines effektiven Schutzkonzepts und einem professionellen Managementsystem, ist vor allem auch Überzeugungsarbeit bei Farmern und Gemeinden nötig, um die Akzeptanz der Rhinozerosse zu erhöhen. Nur so kann der Schutz der Nashörner auf eine breite und dadurch erfolgversprechende Basis gestellt werden. 

Die AGA unterstützt deshalb ihre Partnerorganisation, den Cheetah Conservation Fund (CCF), der u.a. ein Nashorn-Umweltbildungsprogramm entwickelt , um Farmer und Gemeinden zu ermutigen, Nashörnern auch außerhalb von Schutzgebieten einen Lebensraum zu bieten. Zusätzlich werden alternative Einkommensquellen für die lokale Bevölkerung erschlossen und der langfristige Einfluss der Nashörner auf das Ökosystem wird wissenschaftlich untersucht. 

Helfen Sie mit Ihrer Spende!

Bitte helfen Sie uns, die Nashörner in Kenia und Namibia besser zu schützen. Nur mit Ihrer Hilfe können wir wirksame Maßnahmen ergreifen, um die Wilderei zu stoppen und isolierte Tiere durch die Vernetzung von Lebensräumen zusammenzuführen.

Um eine kleine Herde Nashörner in Namibia besser schützen zu können, haben wir den Einsatz von Kamerafallen ausgebaut. Dank der Spezialkameras kann das Verbreitungsgebiet der Nashörner besser überwacht werden.

Mit Ihrer Spende stärken Sie den Einsatz der engagierten Wildhüter und helfen uns dabei, die Heimat der etwa 90 Nashörner im Meru Nationalpark zu sichern. 

Sie können auch eine Teilpatenschaft für das Nashorn Maxwell übernehmen. Maxwell ist leider auf beiden Augen blind und kann nicht wieder ausgewildert werden.

Bilder 1, 2 © CCF

Bilder 3, 4, 5 © Birgit Braun/AGA

Bilder 6, 7, 9 © DSWT