AGA-NEWS

Jahresrückblick 2020 - Keine Atempause für den Artenschutz

2020 war ein Jahr, das uns die Verletzlichkeit unseres Planeten deutlich vor Augen geführt hat. Die verheerenden Buschfeuer in Australien beherrschten zu Beginn des Jahres die Schlagzeilen. Kurze Zeit später folgte der Ausbruch der Corona-Pandemie, verursacht durch Naturzerstörung und Wildtierhandel. Die Auswirkungen der Pandemie, die die Welt noch bis zum Jahres Ende und darüber hinaus im Griff hatte, trafen besonders ärmere Länder, zu denen auch viele Projektregionen der AGA zählen. So hat beispielsweise der Einbruch des Tourismus – einer wichtigen Einkommensquelle in diesen Gebieten – die Wilderei und Mensch-Wildtier-Konflikte deutlich verschärft.

Deshalb hat die AGA im Coronajahr 2020 schnell und unbürokratisch einen Rettungsschirm für Tiere in Not aufgespannt. Von Herzen danken wir all unseren Unterstützern: Mit Ihrer Hilfe war es möglich, unsere wichtige Arbeit zum Schutz bedrohter Arten aufrecht zu erhalten und zahlreiche Erfolge für die Natur zu erzielen. Einige Beispiele stellen wir Ihnen hier vor.




Bilder © FNPW

Bilder © TSA

Tiernotrettung

Nothilfe für bei Buschfeuern verletzte Koalas

In Australien begann das Jahr 2020 mit einem lodernden Inferno ungekannten Ausmaßes, das uns Monate in Atem hielt. Die entsetzlichen Buschbrände waren selbst auf Satellitenbildern aus dem All zu sehen. Schätzungen zu Folge starben mehr als eine Milliarde Tiere in den Flammen, Tausende wurden teils schwer verletzt gerettet und notversorgt. Die AGA stand den zahlreichen ehrenamtlichen Wildtierpflegern mit schnellen und unbürokratischen Nothilfen zur Seite – Nothilfen, die ohne die überwältigende Spendenbereitschaft unserer Unterstützer nicht denkbar gewesen wären.

Noch bis zum Jahresende befanden sich tausende verletzte Wildtiere – darunter Koalas, Kängurus, Flughunde und Wombats – in der liebevollen Obhut von ehrenamtlichen Wildtierpflegern, die ihre Pfleglinge aufpäppeln, bis sie wieder ausgewildert werden können. Den Brandopfern der Anfangszeit folgten zahlreiche Verkehrsopfer, da sich die Wildtiere auf der Suche nach Nahrung den Siedlungsgebieten nähern. Ihr Lebensraum wurde durch die Flammen langanhaltend zerstört. 2021 wird die AGA gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation Foundation for National Parks & Wildlife (FNPW) die „Wildlife Heroes“ weiter unterstützen, in den Fokus der Arbeit rückt aber auch die Wiederaufforstung der zerstörten Gebiete. Baumschulen wurden bereits 2020 vergrößert, damit genügend Setzlinge herangezogen werden können.

 

Versorgung der beschlagnahmten Schildkröten

Das Jahr 2020 nahm für unsere Partnerorganisation Turtle Survival Alliance (TSA) auf Madagaskar einen hoffnungsvollen Anfang: Der Wiederaufbau der im September 2019 abgebrannten Schildkröten-Rettungsstation konnte u.a. mit finanzieller Unterstützung der AGA fertiggestellt werden.

Zudem war in 2020 die erste großangelegte Auswilderungsaktion geplant. Für die ersten 1000 der insgesamt rund 24.000 Strahlenschildkröten, die aus den Fängen von Wildtierschmugglern gerettet und in der Station mühsam aufgepäppelt worden waren, war es nur noch ein Schritt bis zu ihrer Auswilderung. Doch die Corona-Pandemie bremste diese enthusiastischen Projektpläne aus. Statt wie geplant 1000 ihrer Pfleglinge in die Freiheit entlassen zu können, bekamen die Mitarbeiter der TSA 2020 mehr als 500 beschlagnahmte Strahlenschildkröten dazu. Als verlässlicher Partner unterstützt die AGA die Unterbringung und Pflege der Schildkröten weiterhin finanziell – bis sie wieder zurück in die Wildnis kehren können. 


Enkeshas Umzug

Baby Lapa von Lenana
Bild © Bernd von Jutrczenka/dpa
Schlingfallen

Wildhüter löschen Buschfeuer im Tsavo

© Wings for Conservation
Kiko mit Ndito
Bilder 1-4, 6-9, 11-12 © SWT

Elefanten, Nashörner & Giraffen

Aufzucht der Elefantenwaisen

Zum Jahresende 2020 befanden sich 97 verwaiste Elefantenbabys in der Obhut der Pfleger des Sheldrick Wildlife Trust im von der AGA unterstützten Elefantenwaisenhaus in Nairobi sowie den drei Auswilderungsstationen Voi, Ithumba und Umani Springs. Das Aufwachsen in der Herde und die aufopfernde menschliche Unterstützung, die die kleinen Dickhäuter in den Stationen erfahren, ist für ihre körperliche und vor allem psychische Genesung und ihre spätere Auswilderung überlebenswichtig.

So konnte 2020 Enkesha, ein Patenelefant der AGA, einen wichtigen Schritt in Richtung Wildnis gehen und vom Waisenhaus in die Auswilderungsstation Umani Springs im Tsavo East Nationalpark umziehen. Dort wurde sie sehr freundlich von den 12 älteren Elefantenwaisen in die Herde aufgenommen. Die Auswilderungsstation Umani Springs eignet sich besonders für Elefanten mit Verletzungen. Enkesha hatte bei ihrer Rettung eine tiefe Wunde am Rüssel, andere Elefantenwaisen hatten z.B. Verletzungen an den Beinen. Solche Wunden rühren meist von illegalen Schlingfallen, Gewehrkugeln oder Giftpfeilen her. Die Gegend bei Umani Springs verfügt über ausreichend Wasser und vergleichsweise leicht begehbares Gelände. Hier können Elefantenwaisen wie Enkesha gut zurechtkommen. Das ist besonders wichtig, wenn sie sich in ein paar Jahren einer wild lebenden Elefantenherde anschließen soll. Ein Video zu Enkeshas Umzug finden Sie hier.

Wie gut sich die ausgewilderten Elefanten in das Leben in der Wildnis und die wild lebenden Herden integriert haben, offenbarten 2020 zwei besonders frohe Botschaften: Zwei ehemalige Elefantenwaisen haben Nachwuchs in der Wildnis zur Welt gebracht. Wendi ist im Februar Mutter von Wema geworden und Lenanas Baby Lapa hat im August das Licht der Welt erblickt. Damit hat sich die Anzahl der von ehemaligen Elefantenwaisen in Freiheit geborenen Babys – von denen wir wissen -  auf 38 erhöht. Solche Nachrichten berühren und freuen uns sehr, zeigen sie doch auf wundervolle Weise, dass unsere Arbeit Früchte trägt. Jedes Elefantenbaby ist ein Hoffnungsträger für das Überleben dieser charismatischen Dickhäuter. Ein Ansporn für die Fortsetzung unserer gemeinsamen Arbeit zum Schutz der Elefanten im Jahr 2021.

Bundespräsident zu Besuch im Elefantenwaisenhaus

Am 25. Februar 2020 stattete Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier während seiner Kenia-Reise dem von der AGA unterstützen Elefantenwaisenhaus des SWT in Nairobi einen Besuch ab. Beeindruckt von der Projektarbeit übernahm der Bundespräsident eine Patenschaft für das Elefantenbaby Maktao.

Erfolgreicher Einsatz der Wildhüter

Die AGA hat auch 2020 den Einsatz des 6-köpfigen Mtito-Wildhüterteams des SWT finanziert. Die Wildhüter waren wieder erfolgreich im Einsatz, um das Leben der Elefanten, Nashörner, Giraffen und weiterer Wildtiere im Tsavo East Nationalpark zu schützen. Das Mtito-Wildhüterteam wird mittlerweile durch 12 weitere Wildhüterteams, eine Luftüberwachungs- und eine mobile Tierarzteinheit sowie durch eine Hundestaffel ergänzt. Mit vereinten Kräften hatten die Teams 2020 mehr als 5.000 Schlingfallen eingesammelt. Die Wildhüter helfen zudem bei der Rettung verletzter Wildtiere.

Mehr als 50 Buschfeuer loderten im vergangenen Jahr im Tsavo East Nationalpark in Kenia. Dank dem schnellen Eingreifen u.a. der Wildhüter des SWT konnten die Brände unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden. Auch das Mtitio-Team war mehrere Male zur Brandbekämpfung im Einsatz. Mittlerweile hat die Regenzeit eingesetzt und die Brandgefahr erstmal gebannt. Aber natürlich sind die Wildhüter weiter wachsam im Einsatz, um die Tierwelt im Tsavo nicht nur vor Bränden, sondern auch vor Wilderei zu schützen.

Schutz der Nashörner

Im vergangenen Jahr konnten die Maßnahmen zum Schutz der Nashörner im Meru Nationalpark weiter verbessert werden. Anfang 2020 hat der SWT die Wildhüter des Kenya Wildlife Service (KWS) mit neuen Zelten, Solarstromeinheiten und weiterer essenzieller Ausrüstung für die täglichen Patrouillen zum Schutz der bedrohten Spitz- und Breitmaulnashörner ausgestattet.

Im Herzen des Meru Nationalparks, einem der ältesten Nationalparks Afrikas, liegt die Meru Rhino Santuary, ein wichtiges Schutzgebiet für knapp 100 Nashörner. Die AGA hatte sich gemeinsam mit dem SWT an den Kosten zur Erweiterung und Sanierung dieses bedeutsamen Nashorn-Schutzgebietes beteiligt.

Projekte zum Schutz der Giraffen

Giraffen sind durch den Verlust ihres Lebensraumes, Wilderei und Mensch-Wildtierkonflikte bedroht. Daher hat sich die AGA auch 2020 mit ihrer Projektarbeit in Namibia, Kenia und im Tschad wieder engagiert für den Schutz der eleganten Langhälse sowie die Versorgung von verletzten oder verwaisten Giraffen stark gemacht.

Im Tschad konnte im vergangenen Jahr der Schutz der vom Aussterben bedrohten Kordofan-Giraffen hoffnungsvolle Fortschritte verzeichnen. Dank der von der AGA seit 2019 finanzierten Flugzeiten konnte ihre Partnerorganisation Wings for Conservation kontinuierlich großflächige Flugüberwachungen durchführen – mit Erfolg. Wiederholt sind wertvolle Sichtungen der seltenen Kordofan-Giraffen gelungen, die Wissenslücke um das Verbreitungsgebiet dieser besonderen Giraffenunterart konnte somit um ein großes Stück geschlossen werden. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Ausweitung der bisherigen Schutzgebiete und zur Umsetzung effektiver Schutzmaßnahmen vor Wilderei. Die zuständigen Behörden im Tschad haben signalisiert, bei der Erweiterung von Schutzgebieten bereits 2021 den Lebensraum der Giraffen stärker einzuschließen. Dies wäre ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg, die Kordofan-Giraffen vor dem Aussterben zu bewahren. Die AGA bleibt hier weiter aktiv, gerade jetzt, wo die Ausweisung neuer Schutzgebiete im Tschad in Planung ist.

Giraffenwaise Kiko in Auswilderungsstation umgezogen

Für die Giraffenwaise Kiko folgte 2020 ein bedeutsamer Schritt in Richtung seiner Rückkehr in die Wildnis. Der stattliche Giraffenbulle war dem Elefantenwaisenhaus des SWT in Nairobi entwachsen und durfte in die Auswilderungsstation Sirikoi umziehen. Über fünf Jahre ist es nun her, dass Kiko als nur wenige Tage altes Giraffenbaby verlassen aufgefunden und ins Elefantenwaisenhaus des SWT in Nairobi gebracht worden war. In seiner neuen Heimat hat er sich sichtlich gut eingelebt und in der Giraffendame Nditu rasch eine „Freundin“ gefunden. Ein Video von Kikos Umzug finden Sie hier.


beschlagnahmte Gepardenbabys
neue Gehege in Hargeisa
Patengepard Dominic
Nachwuchs in der Wildnis
Ladys Welpen

toter Wildhundwelpe, Bilder © CCF

Geparde

2020 war ein intensives Jahr im Geparden-Schutz. Nach Kräften hat die AGA ihre Kollegen beim Cheetah Conservation Fund (CCF) unterstützt, die trotz Corona weiter engagiert im Einsatz waren. Nicht nur die Geparde in ihrer Obhut müssen stets gut versorgt und artgerecht untergebracht sein. Immer wieder mussten auch im vergangenen Jahr Mensch-Wildtier-Konflikte geschlichtet, verletzte Geparde medizinisch versorgt und zahlreiche Gepardenbabys aus Wildererhänden gerettet werden.

Geparden-Auffangstation in Somaliland

Die schockierende Reihe an Beschlagnahmungen von Gepardenbabys aus dem illegalen Handel wollte auch 2020 nicht abreißen und sollte unsere Kollegen das ganze Jahr hindurch in Anspruch nehmen. Die AGA stand und steht ihrem Partner in Somaliland bei der dringlichen Einrichtung einer Auffangstation für die traumatisierten kleinen Katzen mit finanzieller Hilfe zur Seite.

Bereits zu Jahresanfang 2020 wurden die ersten beiden, sehr jungen Gepardenbabys konfisziert, im Juli und August folgten jeweils 13 weitere in mehreren Beschlagnahmungsaktionen. Bei ihrer Rettung hatten einige der Kätzchen Verletzungen durch Stricke um den Hals oder Kabelbinder um die Pfoten, alle waren dehydriert, unterernährt und völlig verstört. Ein paar waren so geschwächt, dass sie nach ihrer Rettung trotz intensiver medizinischer Versorgung nicht lange überlebten. Mit allen Neuzugängen versorgen die von der AGA unterstützten Gepardenschützer in Somaliland Ende 2020 mehr als 60 (!) beschlagnahmte Geparde – eine große Herausforderung. Denn junge Geparde brauchen spezielles Futter, besondere Pflege rund um die Uhr und sie müssen regelmäßig vom Tierarzt untersucht werden.

Die provisorische Auffangstation in Hargeisa wurde, maßgeblich unterstützt durch die AGA, in einen Quarantänebereich, Tierklinik und erste Anlaufstelle für kürzlich gerettete und besonders pflegebedürftige Geparde umgebaut. 2020 konnte der Aufbau einer zweiten Station abgeschlossen werden. Dort haben die Geparde mehr Auslauf und Möglichkeiten zum Klettern. Da auch diese Station aus allen Nähten platzt, wurde 2020 mit einer Erweitrung begonnen. Die AGA stellt auch 2021 weitere Mittel zur Versorgung und Unterbringung der Geparde bereit.

Auswilderung von Geparden

Hoffnung gibt der Nachwuchs bei den ausgewilderten Geparden. Unsere Kollegen vom CCF haben entdeckt, dass das Gepardenweibchen Tatjana im März 2020 vier Junge zur Welt gebracht hat. Tatjana war im Februar 2019 gemeinsam mit drei weiteren Gepardenweibchen erfolgreich im Erindi Private Game Reserve ausgewildert worden.

Herdenschutzhunde-Programm

Das Herdenschutzhunde-Programm beim CCF in Namibia wächst und gedeiht. Auch 2020 gab es wieder mehrfach Nachwuchs bei den Kangals. Die Mutter Lady ist, trotz eines Notkaiserschnitts, wohlauf und ihre tapsigen Welpen haben sich prächtig entwickelt. Die Kleinen werden an ausgewählte Farmer in der Region abgegeben und als Beschützer in ihre Viehherde integriert. So übernehmen die Hunde eine wichtige Rolle beim Schutz der Geparde.

CCF klärt über Gepardenschmuggel auf

Unsere Kollegen vom CCF sammeln seit 15 Jahren Daten über den illegalen Handel mit Geparden. Sie konnten schon viele wichtige Details ans Licht bringen und den bedrohten Raubkatzen eine Stimme verleihen. Zuletzt Mitte Februar 2020 auf der 13. Konferenz der Vertragsparteien des Übereinkommens zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten (CMS CoP13) in Indien. Das war wichtig, weil einige Handlungsvorschläge zum Schutz der Geparde 2019 unter den Tisch zu fallen drohten.

Dank des Engagement unserer Kollegen gehen die Behörden in Somaliland - im Gegensatz zu vielen anderen Regionen mit illegalem Handel - verstärkt gegen Gepardenschmuggler vor. Dieser Erfolg ist nur dem unermütlichen Einsatz des CCF, unterstützt von der AGA, zu verdanken, den wir nach Kräften unterstützen.

Mensch-Wildtier-Konflikte auch mit Afrikanischen Wildhunden

Im dürregeplagten östlichen Namibia kommt es immer häufiger zu Konflikten zwischen Farmern und Afrikanischen Wildhunden sowie Geparden. Unsere Kollegen vom CCF haben z.B. im August einen vermutlich absichtlich überfahrenen Afrikanischen Wildhundwelpen gefunden. In ganz Afrika gibt es nur noch etwa 660 Rudel Afrikanischer Wildhunde in freier Wildbahn, die meisten leben außerhalb von Schutzgebieten.

Wegen der vielen Zwischenfälle hat der CCF eine Raubtier-Konflikt-Station eingerichtet, die die wenigen verbleibenden Rudel beobachtet und Farmer im Konfliktfall unterstützt. Zusätzlich hat der CCF mit Hilfe der AGA eine 24-Stunden Hotline eingerichtet, die bei Problemen mit Raubtieren hilft. Die AGA unterstützt den CCF seit Jahren im Kampf gegen die Mensch-Wildtier-Konflikte, denen zahlreiche Geparde und andere Wildtiere zum Opfer fallen.





Mangroven-Setzlinge in der Baumschule des LOC


Imker-Workshop
Sachspenden, Bilder © LOC

Meeresschildkröten

Rettung und Versorgung von Meeresschildkröten

Das von der AGA unterstützte Meeresschildkröten-Rettungsteam des Local Ocean Conservation (LOC) in Watamu in Kenia hat im vergangenen Jahr 1.274 Schildkröten, die sich als Beifang in den Netzen und Angelschnüren von Fischern verfangen hatten, gerettet. Insgesamt wurden damit bereits mehr als 20.000 Meeresschildkröten vom LOC gerettet.

Die meisten Meeresschildkröten konnten nach einer kurzen Untersuchung direkt wieder am Strand des Meeresnationalpark freigelassen werden. Verletzte Schildkröten wurden in der Schildkröten-Klinik gesund gepflegt und anschließend wieder ausgewildert. 2020 mussten insgesamt 68 verletzte Schildkröten in die von der AGA massgeblich finanzierte Schildkrötenklinik eingeliefert und behandelt werden.

Schutz der Nester und Schlüpflinge

Neben der Rettung von ausgewachsenen Meeresschildkröten wurden auch wieder die Nester am Strand von Watamu bewacht. Obwohl die Auswirkungen der Corona-Pandemie die wichtige Arbeit der Wildhüter an den Niststränden erschwerte, war die Nistsaison 2020 dennoch sehr erfolgreich. 106 Nester wurden von Meeresschildkröten am Strand vergraben, das waren mehr als im Vorjahr. Etwa 9.500 Schildkrötenbabys konnten sicher schlüpfen und zu ihrer Reise im Meer aufbrechen. Die AGA unterstützt weiterhin den unermüdlichen Einsatz der Wildhüter, deren Patrouillen Wilderer erfolgreich von der Plünderung der Nester abhalten.

Mangroven-Setzlinge zum Schutz der Meeresschildkröten

Wie im Jahr zuvor führte der LOC auch 2020 wieder erfolgreich „Mangrovenpflanztage“ im Meeresschildkröten-Schutzprojekt in Watamu durch – unterstützt von der AGA und in aktiver Zusammenarbeit mit Dorfbewohnern und weiteren freiwilligen Helfern. So konnten im letzten Jahr 24.055 Mangrovensetzlinge gepflanzt werden – ein wertvoller Beitrag zum Erhalt eines einzigartigen Ökosystems und damit zum Schutz der Meeresschildkröten und einer ganzen Bandbreite weiterer tierischer Küstenbewohner.

Beachcleaning macht keine Pause

Auch in Zeiten der Coronakrise blieben die Mitarbeiter des LOC in Kenia weiter mit regelmäßigen Beachcleanups im Einsatz. Denn auch 2020 wurden permanent große Mengen an Müll aus aller Welt an die Strände von Watamu gespült. Die vermüllten Strände sehen nicht nur unschön aus, der Müll behindert auch die frisch geschlüpften Schildkrötenbabys auf ihrem ohnehin gefahrvollen ersten Gang ins Meer. So trafen sich jeden Donnerstag engagierte Bewohner aus der Umgebung mit einem Team des LOC zum Müllsammeln am Strand – 2020 allerdings mit mehr Abstand und Maske.

Schildkröten-Schutzprojekt schafft Jobs in der Corona-Krise

Viele Menschen in der Umgebung des Meeresschildkröten-Schutzprojektes im kenianischen Watamu leben vom Tourismus. Diese Einnahmequelle fiel 2020 durch die Corona-Pandemie weg. So blieb vielen nur noch der Versuch, Fische oder eine Schildkröte zu fangen – auch wenn dies verboten ist. Eine erschreckende Entwicklung für das von der AGA unterstützte Meeresschildkröten-Schutzprojekt.

Gemeinsam mit dem LOC hat die AGA rasch und unbürokratisch eine Nothilfe ins Leben gerufen und konstruktive, nachhaltige Lösungsansätze erarbeitet, die die Menschen vor Ort in die Lage versetzen, sich ein Auskommen zu sichern. Mit dem Geld aus der Nothilfe wurden zusätzliche Naturschutzmaßnahmen durchgeführt und Dorfbewohner für ihre Mitarbeit z.B. in Form von Geld, Saatgut oder Essensgutscheinen entlohnt.

Auch Weiterbildungsmaßnahmen – wie z. B. in landwirtschaftlichen Anbaumethoden oder der Imkerei – wurden initiiert. 2020 haben sich bereits mehr als 500 Menschen aus 14 Kommunen zusammengetan, um Kleinstunternehmen für Landwirtschaft, Baumschulen und Imkerei zu gründen. Dies sind erfreuliche Entwicklungen, die die AGA weiter nach Kräften unterstützen wird. Mit verstärkten Artenschutz- und Umweltbildungsmaßnahmen kann die Krise auch eine Chance für die stark unter Druck geratene Natur, das Ökosystem und die zahlreichen bedrohten Arten sein.

Sachspenden im Projekt angekommen

2020 haben uns zahlreiche Sachspenden von vielen engagierten Unterstützern erreicht. Diese sind mittlerweile gut beim Local Ocean in Watamu in Kenia angekommen. Unsere Partner vor Ort waren überwältigt von den wertvollen und umfangreichen Hilfslieferungen. Darunter befanden sich abgelaufene, aber noch original verpackte Erste-Hilfe-Sets sowie weitere medizinische Ausrüstung, darunter eine Zentrifuge gespendet von der Firma Hermle Labortechnik, die bei der Rettung der Meeresschildkröten und in der Schildkröten-Klinik zur Versorgung verletzter Tiere von unschätzbarem Wert sind. Selbst Imkeranzüge waren dabei und eröffnen alternative Einnahmequellen in der Coronakrise

gerettetes Braunbärbaby, Bild Milvus © Group

Projekt zum Schutz der Braunbären

Seit 2019 unterstützt die AGA ein Projekt zum Schutz der Braunbären in Rumänien. Unser Projektpartner, das Milvus Group Bärenprogram, hat schon viel erreicht. 2020 konnten beispielsweise zwei verwaiste Bärenbabys aus einem Baum gerettet werden. Nun können sich beide Bären in der Rettungsstation für verwaiste Bärenjunge in Harghita erholen, wo sie auf ihre spätere Auswilderung vorbereitet werden.

Bild © AGA
Bild © RETOS

Bastelmaterial
Verfilmung der Elefanten-Ausstellung, Bilder © AGA




Umweltbildung und Aufklärungsarbeit

Artenschutz-Ausstellung der AGA

Artenschutz erklärt am Beispiel der Geparde, das ermöglicht die neue und umfassende Artenschutz-Ausstellung der AGA. Schüler und Erwachsene werden am Beispiel des charismatischen Gepards - einer stark bedrohten Tierart - an globale ökologische Zusammenhänge der Artenvielfalt herangeführt. Die Artenschutz-Ausstellung sowie verschiedene Begleitmaterialien, die 2020 erstellt wurden, können von Schulen, Umweltgruppen und weiteren Interessierten zum Einsatz im Unterricht oder zu Aktions- und Projekttagen kostenlos ausgeliehen werden. Die Ausstellung wurde dankenswerterweise von der Deutschen Postcode Lotterie gefördert.

AGA Meeresschildkröten-Ausstellung für Mexiko

Wir freuen uns sehr, mit der AGA Meeresschildkröten-Ausstellung seit 2020 ein weiteres Meeresschildkröten-Schutzprojekt – diesmal in Zusammenarbeit mit RETOS (Red Tortuguera de Sinaloa) – zu unterstützen. RETOS ist ein Zusammenschluss von zwölf Meeresschildkröten-Projekten an der Pazifikküste von Mexiko. Die Ausstellung ist inhaltlich speziell an die lokalen Gegebenheiten angepasst. Da coronabedingt Beschränkungen in Mexiko herrschen, musste RETOS warten, bis die ersten Aktionen mit Kindern durchgeführt werden konnten. Alle Beteiligten hatten großen Spaß bei den Umweltbildungsaktionen, und die Kinder haben viel über die bedrohten Meeresschildkröten gelernt.

Lehrfilm und Bastelmaterial ersetzen Infostände und Aktionen

Nahezu alle vor Ort Veranstaltungen mussten 2020 leider coronabedingt abgesagt werden. Nur im Februar sowie September und Oktober konnte die Elefanten-Ausstellung der AGA bei der Autarkia Green World Tour Messe in Stuttgart, Köln und Münster gezeigt werden. Die AGA hat auf diese Situation reagiert und – beispielsweise für den Einsatz im Homeschooling – die Elefanten-Ausstellung verfilmt und passende Unterrichts- und Bastelmaterialien bereitgestellt. Im neuen AGA Bastelbilderbuch Artenschutz und Fairer Handel lernen Kinder, was Artenschutz mit Fairem Handel zu tun hat. Zudem wurde der AGA Souvenir-Ratgeber neu aufgelegt und auch hierzu ein lehrreiches Bastelbilderbuch gestaltet. Wir hoffen, 2021 wieder Infostände und Aktionen durchführen zu können.

"Rettet die Bienen" erfolgreich abgeschlossen

Der lange Atem hat sich gelohnt. Die Initiative - Volksbegehren zur Rettung der Artenvielfalt in Baden-Württemberg, der sich die AGA 2019 angeschlossen und die sie finanziell unterstützt hat, ist erfolgreich am Ziel angekommen. Im Juli 2020 wurde ein Gesetz für mehr Artenvielfalt in Baden-Württemberg verabschiedet.

Das erstrittene Gesetz ist am 1. Januar 2021 in Kraft getreten. Es schreibt unter anderem vor, die Menge der Pestizide bis 2030 zu halbieren, den Öko-Landbau auf 30 bis 40 Prozent Anteil an der Landwirtschaft mehr als zu verdoppeln. Biotope werden besser geschützt, Schottergärten sogar verboten, die Lichtverschmutzung eingeschränkt. Künftig wird es auch schwieriger, Landwirtschaftsflächen zu versiegeln. Wir sind sehr froh, dass wir beim Artenschutz in Baden-Württemberg gemeinsam einen so großen Schritt weiter gekommen sind.

"Fly without fins" stoppt Handel mit Haiflossen in Luftfracht

Die Initiave Fly without Fins, der sich die AGA angeschlossen hat, setzt sich dafür ein, den Handel mit Haiflossen zu stoppen. Genauer gesagt, den Handel per Luftfracht. Denn viele Fluggesellschaften akzeptieren Haiflossen als Fracht, obwohl bei den Flossen kaum auszuschließen ist, dass die Tiere nicht durch das brutale "Finning" gestorben sind oder dass es sich nicht um stark bedrohte Arten handelt. Seit Juli 2020 konnten bereits 11 Fluggesellschaften überzeugt werden, keine Haiflossen mehr zu transportieren. Die AGA wird auch weiterhin Fluggesellschaften aufrufen, das zweifelhafte Geschäft mit den Haiflossen zu beenden und keine Flossen mehr zu transportieren.

AGA unterstützt EU-Petition "Stop finning - stop the trade"

Die AGA hat sich 2020 der Petition Stop finning - stop the trade angeschlossen und setzt sich für ein Handelsverbot mit Haiflossen in der EU ein. Denn jedes Jahr werden zwischen 63 und 273 Millionen Haie getötet, viele Arten sind weltweit zunehmend bedroht. Die größte Bedrohung ist immer noch das brutale Finning, das Abschneiden der Flossen, meist bei lebendigem Leib. Auch in der EU dürfen Haiflossen noch lose gehandelt werden. Das muss sich ändern. Denn der starke Rückgang der Haipopulationen weltweit hat schwerwiegende Auswirkungen, da viele Haie Spitzenprädatoren sind und eine aktive Rolle bei der Erhaltung gesunder und produktiver Meeresökosysteme spielen.

Die Petition läuft noch bis zum 31.10.2021 – jede Stimme zählt. Daher wird die AGA auch weiterhin wachrüttlen und auf das blutige Finning aufmerksam machen.

Besondere Spendenaktionen

Helfen statt Schokolade

2020 war die AGA bereits zum fünften Mal im 24guteTaten Adventskalender vertreten. Hinter der guten Tat verbargen sich pro Kalender 15 Minuten Wildhüter-Einsatz für Giraffen und Elefanten in Kenia. Die Arbeit der Wildhüter ist eine wichtige, aber zugleich mühsame und gefahrvolle Tätigkeit. Für den Schutz der Wildtiere im Tsavo East Nationalpark ist ihre Arbeit unverzichtbar – sie sind die Schutzengel der Wildtiere!

Aussortierte Kleidung für den Schutz der Geparde

Die AGA war 2020 wieder bei der Altkleider-Spendenaktion Platz schaffen mit Herz dabei und hat es diesmal auf Platz 75 geschafft. Bei der Aktion konnte jeder, der Platz im Kleiderschrank schaffen wollte, gut erhaltene Frauen-, Männer-, Kinderkleidung und Schuhe an die "Platz schaffen mit Herz"-Aktion senden und für sein Lieblingsprojekt abstimmen. Für das Projekt der AGA zum Schutz der Geparde kam durch die Altkleiderspenden ein Erlös von 300 Euro zusammen. 

Laufen für die Geparde - Highspeed Run zum Tag der Geparde

Spendenlauf in Zeiten der Corona-Pandemie: Durch die Teilnahme am virtuellen Wettkampf, dem Highspeed Run – Day of the Cheetah bei runnys.com, konnte der schnellste Läufer des Tierreiches unterstützt werden. Pro Teilnehmer wurden zwei Euro der Startgebühr an die Projekte der AGA zum Schutz der Geparde gespendet. Fast 300 Läufer trotzten zum Tag der Geparde am 02. Dezember der winterlichen Kälte und nahmen am Lauf für die Geparde teil.

AGA Charity-Auktionen mit prominenten Unterstützern

Im Rahmen der AGA Charity-Auktionen bei United Charity konnten tolle Preise und besondere Erlebnisse ersteigert werden. Dabei sind wir großartig unterstützt worden. Wir bedanken uns bei Katja Brandis, Hannes Jaenicke, Frank Elstner & Christian Ehrlich, dem NamShop und weiteren Unterstützern für das tolle Engagement. Katja Brandis hat sich zudem auch mit einer Lesung und Spendenaktion bei Betterplace für den Schutz der Geparde eingesetzt. 

Die AGA bedankt sich ganz herzlich für die wertvolle Unterstützung dieser Spendenaktionen!



Unterstützer der AGA Charity-Auktionen 2020

Online Geschenk-Spendenshop der AGA eröffnet

Die AGA rät zu sinnvollen Geschenken. Der kurz vor Weihnachten 2020 neu eröffnete Geschenk-Spendenshop bietet eine schöne Auswahl an nachhaltigen Geschenkideen - nicht nur zu Weihnachten. Sei es ein Wildhüter-Einsatz zum Schutz von Giraffen, Elefanten und Nashörnern, die Rettung einer Meeresschildkröte, die Pflege eines beschlagnahmten Geparden oder ein Nistkasten für Pinguine. Für jeden ist sicher ein passendes Geschenk dabei.

Die Spendengeschenke bereiten nicht nur große Freude, sondern leisten auch einen wertvollen Beitrag zum Schutz bedrohter Arten.

Unterstützung im Internet

Im Jahr 2020 konnten im Internet zahlreiche Spenden für den Artenschutz gesammelt werden. Internetnutzer können sich auf unterschiedliche Arten für den Artenschutz einsetzen und die AGA unterstützen, beispielsweise

- durch eine Spende von Call a Bike/Werde Radgeber-Social Coins

- durch eine Spende von Payback-Punkten

- indem sie ihren Interneteinkauf über die Plattform WeCanHelp (vorher: boost) beginnen oder die WeCanHelp Kreditkarte nutzen

- im Tarif des sozialen Mobilfunkanbieters goood

- durch eine Cashback-Spende auf shoop.de

Die Facebook-Seite der AGA erfreut sich wachsender Beliebtheit. Zudem ist die AGA auch auf Twitter , Instagram und Pinterest unterwegs.

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