04. September 2018

Acht Gepardenbabys in Somaliland beschlagnahmt

Anfang August haben die Behörden in Somaliland sechs Gepardenbabys aus den Fängen skrupelloser Schmuggler befreit, Ende August wurden zwei weitere Gepardenbabys beschlagnahmt. Sie alle befanden sich in einem schlechten Zustand, waren dehydriert sowie unterernährt und sollten illegal gehandelt und als Haustiere verkauft werden.

Leider existiert in Somaliland noch keine Auffangstation für beschlagnahmte Wildtiere. Aus diesem Grund hat der Cheetah Conservation Fund (CCF), die Partnerorganisation der AGA, eine sichere Unterbringungsmöglichkeit für beschlagnahmte Geparde in Hargeisa eingerichtet. Dort werden bereits 4 Geparde versorgt, die in den vergangenen Monaten konfisziert wurden. Die Versorgung von weiteren acht Geparden brachte unsere Kollegen allerdings in eine Notsituation, da hierfür keine Finanzmittel mehr zur Verfügung standen.

Die AGA hat umgehend reagiert und die Kosten für Tierpfleger, Medikamente und Futter für die nächsten vier Monate bereitgestellt – für die weitere Versorgung der kleinen Katzen sind wir dringend auf Unterstützung angewiesen. Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende, die kleinen Geparde weiter versorgen zu können.

Die beiden Ende August beschlagnahmten Geparde waren erst knappe drei Wochen alt. Leider hat es eines der Geparde trotz aller Bemühungen nicht geschafft und verstarb. Die Pfleger sind rund um die Uhr im Einsatz, um die verbliebenen Gepardenbabys zu versorgen.

Geparde im Ausverkauf für den Heimtiermarkt

Der illegale Handel mit Geparden ist eine der größten Gefahren für die Raubkatze

Obwohl der Gepard das schnellste Landsäugetier ist, fällt die schnelle Katze im Wettlauf gegen die Ausrottung immer weiter zurück. Ein besonderer Druck lastet auf den Beständen am Horn von Afrika, denn von hier stammt ein Großteil der Gepardenjungtiere, die auf Straßenmärkten oder im Internet illegal als Haustiere angeboten werden. Eine große Nachfrage besteht u.a. aus den arabischen Golfstaaten, wo die elegante Katze gerne als Statussymbol gehalten wird. 

Der illegale Handel für den Heimtiermarkt ist besonders verhängnisvoll, denn für jeden Gepard, der illegal auf den Markt gelangt, sterben fünf oder mehr der jungen Katzen beim Fang und Schmuggel. Oft sind die Jungtiere krank, ausgehungert, und können ansteckende Krankheiten übertragen. Der illegale Handel stellt daher zusätzlich zum Verlust des Lebensraumes und dem bestehenden Mensch-Wildtier-Konflikt eine große Gefahr für das Überleben der Geparde dar.

Hinzu kommt, dass die Tiere in Gefangenschaft schwer zu züchten sind, weshalb die Nachfrage hauptsächlich mit Wildfängen befriedigt wird. Die Sterblichkeit der Geparde als Haustiere ist sehr hoch, was zu einer steten Nachfrage führt und den Druck auf die Bestände in der Wildnis weiter erhöht.

In den letzten 100 Jahren ist die weltweite Geparden-Population um fast 90% gesunken, von etwa 100.000 auf nur noch geschätzte 7.100 Tiere in freier Wildbahn. Waren sie einst über beinahe ganz Afrika sowie in Vorderasien, auf der indischen Halbinsel und in Teilen Zentralasiens verbreitet, so ist der Restbestand fast nur noch in Afrika, südlich der Sahara anzutreffen.

Die AGA klärt EU-Politiker über die Wildereikrise auf

Zusammen mit ihrer Partnerorganisation, dem Cheetah Conservation Fund (CCF), drängt die AGA deshalb auf ein stärkeres Engagement im Kampf gegen den illegalen Handel mit Wildtieren.

Birgit Braun, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der AGA, konnte gemeinsam mit ihrer Kollegin Dr. Laurie Marker vom CCF in weichenstellenden Sitzungen über das Ausmaß des illegalen Handels mit Geparden informieren. So auf der ersten Act4Animals EU-Konferenz im Oktober 2014 im Europäischen Parlament und im Februar 2015, als die EU in einer Fachsitzung über ihre Strategie für den Wildtierschutz in Afrika für die kommenden zehn Jahre beriet.

Der illegale Handel mit Geparden war auch Thema bei einem Treffen im Februar 2015 mit Vertretern des CITES Sekretariats in Genf. 

Erfolge für den Schutz der Geparde bei der Weltartenschutzkonferenz 2016 in Johannesburg

Für den Schutz der Geparde konnten auf der 17. CITES-Vertragsstaatenkonferenz (auch bekannt als Washingtoner Artenschutzübereinkommen), 2016 in Johannesburg, Südafrika, Erfolge erzielt werden. Unsere Kollegin Dr. Laurie Marker vom CCF war vor Ort, um über den illegalen Handel mit Geparden insbesondere für den Heimtiermarkt zu informieren. Die AGA unterstützt den CCF bei dieser Arbeit seit mehreren Jahren. Nun wird ein spezielles CITES Cheetah Forum gegründet, um die Mitgliedsstaaten, Experten und Naturschutzorganisationen besser zu vernetzen. So soll der illegale Handel besser untersucht und bekämpft werden. Außerdem werden Hilfestellungen für Beschlagnahmungen, Beweisaufnahmen und Unterbringung von geretteten Geparden erarbeitet. 

In diesem Zusammenhang freuen wir uns, dass die Vereinigten Arabischen Emirate im Januar 2017 ein Gesetz erlassen haben, das die Haltung von Geparden und anderer exotischen Tiere als Haustiere verbietet. Trotzdem ist der illegale Handel mit Geparden noch nicht gestoppt.

Gepardenschmuggel aufgedeckt

Eine der illegalen Handelsrouten für junge Geparde führt durch Somaliland, eine halbautonome Region im Nordwesten Somalias.

Dem CCF ist es gelungen, die Ministerin für Umwelt und landwirtschaftliche Entwicklung in Somaliland auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen. Vertreter des CCF und der lokalen Organisation Horn Society for the Protection and Care of Animals (SPCA) konnten Ministerin Ismail erstmals im April 2017 vor Ort besuchen. Die Ministerin hatte ein offenes Ohr für die Belange der Geparde und bot ihr aktives Engagement beim Kampf gegen die illegalen Händler an.

Die Behörden konfiszierten kurz darauf neun geschmuggelte Gepardenjunge in sehr schlechtem gesundheitlichen Zustand und überstellten sie in die Obhut der SPCA. Die Konfiszierung und die neue Art der Kooperation ist ein großer Fortschritt für den Schutz der Geparde. Es existiert jedoch noch keine Auffangstation für Wildtiere in Somaliland. Die SPCA musste ein behelfsmäßiges Gehege anlegen. Leider konnte nur eines der Jungtiere gerettet werden, die übrigen erlagen wahrscheinlich einer Viruserkrankung. Das überlebende Jungtier ist kräftig und wurde in einer Station mit Erfahrung in der Versorgung von Geparden im Ausland untergebracht. 

Der CCF, die SPCA und Umweltministerin Ismail sind sich einig, dass Konfiszierungen von geschmuggelten Tieren einfacher ermöglicht werden und drastische Strafen gegen Schmuggler erhoben werden müssen.

Bitte spenden Sie für den Schutz der Geparde, denn nur mit Ihrer Hilfe können wir uns dafür einsetzen, den illegalen Handel mit Geparden zu stoppen.



im August 2018 gerettete Gepardenbabys © CCF
Drei geschmuggelte Gepardenjunge, einer ist bereits verstorben © CCF
illegal gehandeltes Gepardenjunge © CCF
viele Geparden sterben © CCF/Laurie Marker

bei der Act4Animals Konferenz in Brüssel © CCF Belgium

Teresia Robitschko, Dr. Laurie Marker, Birgit Braun beim EU-Meeting
Teresia Robitschko, Dr. Laurie Marker, Birgit Braun beim CITES-Sekretariat

geschmuggelte Geparde in Somaliland, nur ein Jungtier hat überlebt © CCF