Geparde im Ausverkauf für den Heimtiermarkt

Der illegale Handel mit Geparden ist eine der größten Gefahren für die Raubkatze

Obwohl der Gepard das schnellste Landsäugetier ist, fällt die schnelle Katze im Wettlauf gegen die Ausrottung immer weiter zurück. Ein besonderer Druck lastet auf den Beständen am Horn von Afrika, denn von hier stammt ein Großteil der Gepardenjungtiere, die auf Straßenmärkten oder im Internet illegal als Haustiere angeboten werden. Eine große Nachfrage besteht u.a. aus den arabischen Golfstaaten, wo die elegante Katze gerne als Statussymbol gehalten wird. 

Der illegale Handel für den Heimtiermarkt ist besonders verhängnisvoll, denn für jeden Gepard, der illegal auf den Markt gelangt, sterben vier bis fünf oder mehr der jungen Katzen beim Fang und Schmuggel. Oft sind die Jungtiere krank, ausgehungert, und können ansteckende Krankheiten übertragen. Der illegale Handel stellt daher zusätzlich zum Verlust des Lebensraumes und dem bestehenden Mensch-Wildtier-Konflikt eine große Gefahr für das Überleben der Geparde dar.

Hinzu kommt, dass die Tiere in Gefangenschaft schwer zu züchten sind, weshalb die Nachfrage hauptsächlich mit Wildfängen befriedigt wird. Die Sterblichkeit der Geparde als Haustiere ist sehr hoch, was zu einer steten Nachfrage führt und den Druck auf die Bestände in der Wildnis weiter erhöht.

In den letzten 100 Jahren ist die weltweite Geparden-Population um fast 90% gesunken, von etwa 100.000 auf nur noch geschätzte 7.100 Tiere in freier Wildbahn. Waren sie einst über beinahe ganz Afrika sowie in Vorderasien, auf der indischen Halbinsel und in Teilen Zentralasiens verbreitet, so ist der Restbestand fast nur noch in Afrika, südlich der Sahara anzutreffen.

Versorgung beschlagnahmter Geparde in Somaliland

Etwa 300 Gepardenbabys werden pro Jahr aus der Wildnis geraubt, um als illegale Haustiere meist in den arabischen Golfstaaten zu enden. Einige von ihnen können gerettet werden, wenn die Schmuggler gefasst werden. Wir unterstützen den Aufbau einer Geparden-Rettungsstation in Somaliland.

Eine der illegalen Handelsrouten für junge Geparde führt durch Somaliland, eine halbautonome Region im Nordwesten Somalias. Allein im Juli 2020 wurden bei drei Beschlagnahmungen innerhalb von 10 Tagen 8 kleine Gepardenbabys in Somaliland gerettet.

Zu den vielen Beschlagnahmungen - und es werden immer mehr - kommt es erst, seitdem der Cheetah Conservation Fund (CCF), unterstützt von der AGA, und die lokale Organisation Horn Society for the Protection and Care of Animals (SPCA) die Umweltministerin von Somaliland für dieses Thema gewonnen haben. Jetzt trägt diese Zusammenarbeit Früchte. Die Aufzucht der Gepardenwaisen ist jedoch eine große Herausforderung.

Leider existiert in Somaliland noch keine offizielle Auffangstation für beschlagnahmte Wildtiere. Aus diesem Grund hat der Cheetah Conservation Fund (CCF) mit Hilfe der AGA, eine vorläufige Rettungsstation für beschlagnahmte Geparde in Hargeisa eingerichtet. 2018 und 2019 mussten dort 38 Gepardenbabys aufgenommen werden. Für die Versorgung der Gepardenwaisen war ein weiterer Ausbau der Station unumgänglich.

Maßgeblich unterstützt von der AGA leitete der CCF 2019 eine komplette Umgestaltung und Erweiterung der Auffangstation in Hargeisa ein. Im März 2020 konnte die neue Station feierlich eröffnet werden. Die Gepardengehege wurden auf- und ausgebaut, ein Quarantänebereich ausgewiesen, ebenso wurde die Tierklinik erweitert und ausgebaut. Die mehr als 40 Geparde haben nun mehr Auslauf und neue Boxen als Unterstand und zum Klettern in ihren Gehegen.

Einen TV-Bericht auf Englisch über den illegalen Handel mit Geparden und die maßgeblich von der AGA mitfinanzierte Auffangstation für beschlagnahmte Geparde in Somaliland finden Sie hier.

Der Ausbau der Auffangstation ist noch nicht komplett abgeschlossen. Auch für die weitere Versorgung, Medikamente und Futter der kleinen Katzen sind wir dringend auf Unterstützung angewiesen.

Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende, die kleinen Geparde weiter versorgen zu können.

aktuelle Rettung - August 2020

8 Gepardenbabys in Somaliland beschlagnahmt - bitte helfen Sie bei der Versorgung der kleinen Raubkatzen

Es ist eine Tragödie - erneut melden uns unsere Kollegen aus Somaliland einen Notfall: Innerhalb von nur 10 Tagen wurden bei 3 Beschlagnahmungen insgesamt 8 kleine Gepardenbabys gerettet.  Die kleinen Raubkatzen waren für den illegalen Verkauf als Haustiere bestimmt. Dem verstärkten Eingreifen der Behörden ist es zu verdanken, dass diese Gepardenbabys vor den Schmugglern gerettet werden konnten. Sie setzen mit ihrer konsequenten Arbeit ein wichtiges Zeichen gegen den illegalen Handel mit Geparden. Unsere Kollegen vom CCF waren bei den Rettungsaktionen dabei und konnten die Tiere schon vor Ort versorgen.

7 Gepardenbabys sind gerade mal zwischen 2 und 10 Wochen alt, das achte Gepardenjunge etwa 6 Monate . Sie waren bei der Rettung unterernährt und dehydriert, aber trotz der widrigen Umstände in relativ guter körperlicher Verfassung. Alle werden jetzt in der von der AGA unterstützten Geparden-Notaufnahme in Hargeisa untersucht, medizinisch versorgt und aufgepäppelt.

Noch ist ungewiss, ob diese kleinen geschundenen Katzenbabys die nächsten Tage und Wochen überstehen. Alle werden jetzt in der von der AGA unterstützten Geparden-Auffangstation in Hargeisa liebevoll gepflegt, medizinisch versorgt und aufgepäppelt.

Mitte August wurden erneut 5 Gepardenbabys gerettet. Es ist dramatisch und unfassbar traurig, wie die Zahl der Gepardenbabys in der Auffangstation in Hargeisa in die Höhe schnellt.

Mit den Neuzugängen steigen die Ausgaben für Futter und Medikamente drastisch. Schlagartig hat sich die Anzahl der zu versorgenden Geparde auf 46 erhöht. Nur gemeinsam können wir in dieser Notlage helfen. Bitte unterstützen Sie die Versorgung der Gepardenbabys mit einer Spende.



Bilder © CCF

TV-Bericht (englisch)

22.01.2021
Inside the booming illegal market for wild pets

im Juni 2019 gerettete Gepardenbabys, eines ist leider bereits verstorben

im März 2019 gerette Gepardenbabys


im August 2018 gerettete Gepardenbabys
Drei geschmuggelte Gepardenjunge, einer ist bereits verstorben
illegal gehandeltes Gepardenjunge
viele Geparden sterben

geschmuggelte Geparde in Somaliland, nur ein Jungtier hat überlebt, alle Bilder © CCF