Corona-Nothilfe

Keine Atempause für den Artenschutz – denn die Artenvielfalt ist systemrelevant!

Die Corona-Krise trifft uns alle und die Folgen für unsere (Um-)Welt sind noch lange nicht abzusehen. Kurzarbeitergeld, Soforthilfe und Rettungsschirm sind in den meisten Ländern Fremdworte. In vielen ärmeren Regionen ist es bereits ohne Pandemie keine einfache Aufgabe, den Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten sowie ihrer Lebensräume umzusetzen und aufrechtzuerhalten.

Nun, da es aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie weltweit zu zahlreichen Einschränkungen kommt und z. B. der Tourismus, eine wichtige Einkommensquelle, brach liegt, hat sich die Situation noch deutlich verschärft. Doch unsere Arbeit muss weitergehen, denn der Artenschutz steht gerade jetzt vor riesigen Herausforderungen!

Wilderei nimmt in Krisenzeiten zu

Allein der Wegfall des Wirtschaftszweigs Tourismus wird für den Artenschutz lang anhaltende Folgen haben, deren Ausmaß noch nicht abzuschätzen ist. Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger treiben die Menschen zu Verzweiflungstaten, um zu überleben – Wilderei und Mensch-Wildtier-Konflikte nehmen bereits spürbar zu. Die mühsam errungenen Erfolge der letzten Jahre und die bedeutsamen Meilensteine beim Schutz gefährdeter Arten drohen zunichte gemacht zu werden. Das darf nicht passieren! Deshalb spannen wir schnell und unbürokratisch einen Rettungsschirm für Tiere in Not auf. Unsere Corona-Nothilfe soll mit Weitblick eingesetzt werden und sowohl den Artenschutz nachhaltig vorantreiben als auch die lokale Bevölkerung einbeziehen. Zudem müssen laufende Projekte auch nach der Krise fortgesetzt werden können.

Einsatz der Wildhüter zum Schutz von Elefanten in Kenia dringender denn je

Mit unserer Corona-Nothilfe unterstützen wir unsere Partnerorganisationen, die vor Ort die Hilfsprojekte umsetzen. Wir finanzieren beispielsweise die Gehälter von Wildhütern und Rettungsteams zur Tiernotrettung in Kenia, die z. T. mit behördlichen Ausnahmeregelungen weiter im Einsatz sein können. Denn auch die zuständigen Behörden wissen, dass unsere Projektarbeit systemrelevant und gerade jetzt besonders dringlich ist. Die weitere Finanzierung unseres Wildhüterteams in Kenia muss dringend gewährleistet bleiben. Sein Einsatz zum Schutz von Elefanten, Nashörnern, Giraffen und zahlreicher weiterer Wildtiere ist unerlässlich – jetzt mehr denn je, da die Wilderei einen traurigen Aufschwung erlebt, wie unsere Kollegen vor Ort leider bereits feststellen müssen.

Schildkröten-Auswilderung auf Madagaskar verschoben

Die Auswilderung einer ersten Gruppe von 1.000 Strahlenschildkröten auf Madagaskar, hängt coronabedingt in der „Warteschleife“. Die vielen Schildkröten bleiben vorerst in der sicheren Auffangstation, wo sie gepflegt und versorgt werden. Unsere Corona-Nothilfe dient auch dazu, die noch ungewisse Zeit bis zur Auswilderung zu überbrücken, damit genügend Futter und ggf. Medikamente für die Tiere zur Verfügung stehen.

Meeresschildkröten-Schutzprojekt in Watamu schafft Arbeitsplätze in der Krise

Auch Meeresschildkröten sind nicht mehr „nur“ Beifang, sondern willkommene Beute für den Kochtopf. Oftmals handelt es sich bei den Wilderern um Menschen, die durch die Corona-Pandemie ihre Arbeit verloren haben und nun um ihr Überleben und das ihrer Familien kämpfen. Es fehlt an alternativen Einkommensquellen und nachhaltigen Möglichkeiten zur Selbsthilfe.

Eben solch prekäre Situationen soll unsere Corona-Nothilfe entschärfen, wie das Beispiel aus dem kenianischen Watamu zeigt. Gemeinsam mit unseren Kollegen vom Meeresschildkröten-Schutzprojekt des Local Ocean Conservation (LOC) haben wir konstruktive und nachhaltige Lösungsansätze erarbeitet, die die Menschen in die Lage versetzen, sich ein Auskommen zu sichern. Zugleich wirkt diese Form der Hilfe der Wilderei sowie der Zerstörung der Biodiversität und sensibler Ökosysteme entgegen.

Mit dem Geld aus der Nothilfe werden zusätzliche Naturschutzmaßnahmen durchgeführt, und für die Mitarbeit z. B. bei Mangrovenpflanzungen oder Strandsäuberungsaktionen erhalten die Dorfbewohner eine Entlohnung in Form von Geld, Saatgut oder Essensgutscheinen. Auch Weiterbildungsmaßnahmen – wie z. B. in landwirtschaftlichen Anbaumethoden oder der Imkerei – werden durchgeführt. Bereits jetzt haben sich mehr als 500 Menschen aus 14 Kommunen zusammengetan, um Kleinstunternehmen für Landwirtschaft, Baumschulen und Imkerei zu gründen – vornehmlich zur Selbstversorgung.

Dies sind Entwicklungen, die wir nach Kräften unterstützen und vorantreiben wollen – denn ein Ende der Pandemie und deren Folgen ist noch nicht absehbar. Mit verstärkten Artenschutz- und Umweltbildungsmaßnahmen kann die Krise auch eine Chance für die stark unter Druck geratene Natur, das Ökosystem und die zahlreichen bedrohten Arten sein.

Bitte helfen Sie uns, auch in Krisenzeiten eine zuverlässige und nachhaltige Projektarbeit sowie kurzfristige Nothilfe für den Schutz bedrohter Arten zu gewährleisten! Ihre Hilfe ist gerade jetzt von unschätzbarem Wert, denn die biologische Vielfalt unserer Erde ist systemrelevant! Spenden Sie unter dem Stichwort „Corona-Nothilfe“ oder werden Sie Fördermitglied, um uns in Krisenzeiten planbar zu unterstützen.

AGA leistet Corona-Hilfe
Beachcleaning in Watamu geht weiter, Bild © LOC


Arbeit der Kollegen in Kenia, Bilder © The David Sheldrick Wildlife Trust
Strahlenschildkröten warten auf Auswilderung, Bild © TSA
gewilderte Schildkröten

Bilder © LOC