Schutzprojekt Braunbären

Seit mehr als 180 Jahren sind Bären in Deutschland ausgestorben. Auch in vielen anderen europäischen Ländern, in denen Bären einst verbreitet waren, sind sie nur noch in Geschichten und Mythen präsent. Wie traurig wäre es, wenn diese majestätischen Tiere nun für immer aus unseren Wäldern verschwinden würden? Im Sommer 2019 wurde erneut ein Bär im Grenzgebiet von Österreich und Deutschland nachgewiesen. Im Oktober tappte Meister Petz dann in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen in eine Fotofalle.  

Im Gegensatz zu Braunbär Bruno, der 2006 aus der italienischen Provinz Trentino gen Norden wanderte, um sich dann längere Zeit im bayrisch-österreichischen Grenzgebiet aufzuhalten, verhält sich dieser Bär scheu und unauffällig – bärentypisch, sozusagen. Braunbär Bruno hatte seinerzeit Haus- und Nutztiere gerissen und nur eine geringe Scheu vor Menschen. Schlussendlich war Bruno als Problembär eingestuft und zum Abschuss freigegeben worden. Es liegt an uns, dass weitere Besuche von Bären kein ähnlich trauriges Ende finden.    

In diesem Zusammenhang ist es gut zu wissen, dass Braunbären zwar Raubtiere sind, sich aber überwiegend vegetarisch ernähren. Auf ihrem Speiseplan stehen neben Beeren und Früchten auch Kräuter, Gräser und Wurzeln. Wälder profitieren von der Anwesenheit der Bären, die u.a. Samen verbreiten. Wichtig ist, dass wir nicht anfangen - mit oder ohne Absicht - Bären anzufüttern. So sollten Wanderer z.B. keine Essenreste in der Wildnis liegen lassen. Wir müssen unsere Angst vor Bären abbauen, aber die Scheu der Bären vor Menschen müssen wir bewahren. Sie dürfen Menschen deshalb niemals mit Futter in Verbindung bringen. Wir stehen vor einer großen Herausforderung, aber es lohnt sich, sie zu meistern. Unser Ökosystem würde von der Anwesenheit von Meister Petz profitieren.

Allerdings steht es schlecht um die Braunbären in Europa, ihnen setzt der Verlust ihres Lebensraumes, die Waldabholzung und Wilderei zu. Gerade in Rumänien, wo noch etwa 6.600 Braunbären leben, nehmen die Probleme zu – immer mehr Bären werden gewildert und ihr Lebensraum wird rasant zerstückelt. Insbesondere durch EU-Subventionen werden Monokulturen in der Landwirtschaft gefördert, so wie auch immer größere Schafherden. Diese werden auch in die Wälder getrieben, um sie z.B. mit Bucheckern zu füttern. Damit nehmen aber auch die Konflikte mit Bären zu. Meldungen über einzelne Verluste von Nutzvieh werden dann über die Medien aufgebauscht und über die sozialen Medien verbreitet – ein Teufelskreis, der das Überleben der Braunbären in Europa in Frage stellt.

Aus diesem Grund unterstützt die AGA ein Projekt zum Schutz der Braunbären in Rumänien. Unser Projektpartner, das Milvus Group Bärenprogram, hat schon viel erreicht. 6 Schutzgebiete wurden im Rahmen der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der EU ausgewiesen. Innerhalb von 8 Jahren (2011-2019) befreiten die Mitarbeiter der Milvus Group 12 Bären aus den Fallen von Wilderern und retteten 25 Bärenbabys, deren Mütter von Wilderern getötet oder vertrieben worden waren. Die AGA unterstützt diese wichtige Arbeit der Tierschützer und finanziert zudem die GPS-Sendehalsbänder, um die Wanderungen zweier Bären zu dokumentieren. Die gesammelten Daten liefern wichtige Informationen zum Verbreitungsgebiet und Verhalten der Bären und damit zu ihrem Schutz.

Bären dürfen nicht nur eine niedliche „Stofftier-Erinnerung“ unserer Kindheit sein. Bitte helfen Sie mit, diese majestätischen Tiere vor Wilderei und der Zerstörung ihres Lebensraums zu bewahren und ein friedliches Miteinander von Menschen und Bären zu ermöglichen. Bitte helfen Sie mit einer Spende, um Europas Braunbären zu schützen.