ARTENREICHTUM DER TROPISCHEN REGENWÄLDER

Die Tropen beherbergen 50 - 75 %, nach manchen Schätzungen sogar 90 % aller Arten. In der 7,3 km großen Forschungsstation La Selva in Costa Rica gibt es beispielsweise mehr Vogel-, Amphibien- und Säugetierarten als in ganz Deutschland, darunter ein hoher Anteil endemischer Arten. Grundlage für den Artenreichtum in den Tropen ist das seit Millionen von Jahren unveränderte Klima dieser Region, welches eine ungestörte Entwicklung dieser Artenvielfalt erlaubte.

Tropenwälder brauchen selbst nach nur leichter Schädigung Jahrzehnte, teilweise Jahrhunderte, um sich zu "erholen"; die Regeneration von Primärwäldern kann 150 - 1.000 Jahre dauern. Das zerstörte Klimax-Stadium ökologischer Systeme ist nicht durch einfache Aufforstung und Sanierungsmaßnahmen wiederherzustellen, kein aufgeforsteter Sekundärwald (anthropogen geschaffen) kann die tropischen Primärwälder ersetzen, der Verlust biologischer Vielfalt ist unwiederbringlich. Die seit Jahrzehnten andauernde Vernichtung großer Regenwaldareale hat daher katastrophale Auswirkungen auf die Artenvielfalt der Region, viele Arten sterben aus, ohne dass der Mensch je von ihrer bloßen Existenz wusste!

Der Schutz so genannter "hot spots" ist eines der wichtigsten Instrumente im Kampf gegen den Verlust an Biodiversität. So konzentrieren sich auf lediglich 1,4% der Landfläche, zumeist in den Tropen und Subtropen, 44 % aller bekannten Arten von Gefäßpflanzen sowie 35% aller registrierten Wirbeltierarten. Durch konsequenten Schutz dieser Lebensräume könnte mit relativ geringen Mitteln eine große Artenzahl bewahrt werden.

Um das weltweite Artensterben einzudämmen, reicht es heute nicht mehr, allein Schutzgebiete einzurichten. Moderne Artenschutzkonzepte müssen den Menschen mit einbeziehen. In vielen Teilen der Erde sind Menschen auf eine Nutzung von Tier- und Pflanzenarten angewiesen. Dort ist es dann erforderlich, den Schutz der Natur mit deren Nutzung zu verbinden, nach dem Motto: Artenschutz aus Eigennutz. Allerdings sind viele Tier- und Pflanzenarten heute schon so bedroht, dass deren Nutzung ausgeschlossen werden muss, um sie zu retten.

Quelle: TERRA-ALEXANDER-Datenbank

Ursachen und Folgen der Zerstörung (PDF, 248 KB)
Tropischer Regenwald (PDF, 232 KB)

Quelle: "Flora brasiliensis" von C. F. P. Martius, A. G. Eichler und I. Urban