WILDEREI VON ELEFANTEN

Die Wilderei von Elefanten hat in den vergangenen Jahren ein erschreckendes Ausmaß erreicht – alle 15 Minuten wird ein Elefant von Wilderern getötet.

Es ist eine bestürzende Tragödie, die fast allein dem illegalen Elfenbeinhandel zuzuschreiben ist. Die sanften Riesen sterben qualvoll an den Folgen von vergifteten Pfeilen und Speeren oder sie verfangen sich in Drahtschlingenfallen, aus denen sie sich nicht mehr befreien können. In der Regel haben es die Wilderer nur auf die Stoßzähne der Dickhäuter abgesehen.

 

Um die unersättliche Gier nach Elfenbein in Fernost zu decken, müssen unzählige Elefanten einen schrecklichen Tod durch Wilderer erleiden. Experten schätzen, dass pro Jahr etwa 35.000 bis 40.000 Elefanten der Wilderei zum Opfer fallen. Eine wissenschaftliche Studie der Colorado State University vom August 2014 geht von etwa 100.000 gewilderten Elefanten aus, die in den Jahren 2010 - 2012 wegen ihrer Stoßzähne getötet wurden.

 

Alarmierend sind auch die regelmäßig wiederkehrenden Meldungen von Aufgriffen illegaler Elfenbeinladungen. So wurden beispielsweise im Juli 2013 zwei große Aufgriffe in Kenia vermeldet und mehrere Tonnen Elfenbein  beschlagnahmt. Des Weiteren gelang es der Polizei von Tansania und Malawi in einer gemeinsamen Aktion den Schmuggel von 1.126 (!) Stoßzähnen aufzudecken. Erschreckend ist die Anzahl an Elefantenleben, die allein für diese illegalen Ladungen an Elfenbein ausgelöscht wurden.

 

Auch in 2014 und 2015 erfolgten weitere Beschlagnahmungen großer illegaler Ladungen von Elfenbein in Form von Stoßzähnen oder auch bereits verarbeitet zu geschnitzten Figuren und Schmuckstücken. Im Jahr 2015 wurden mehr als 30 Tonnen Elfenbein beschlagnahmt, und allein im Juli 2017 zogen Behörden in Hongkong und Vietnam in zwei Aufgriffen knapp 10 Tonnen Elfenbein aus dem Verkehr. 

 

AGA unterstützt Ausbildung von Wildhütern

Um mehr Sicherheit für die Elefanten und weiterer Wildtiere im Tsavo-East- Nationalpark zu gewährleisten, hat die AGA ihre bisherigen Bemühungen verstärkt. So konnte mit Unterstützung der AGA eine weitere Anti-Wilderereinheit des DSWT das Training an der Manyani Akademie, einer Trainingseinrichtung des staatlichen Kenya Wildlife Service (KWS), erfolgreich abschließen. 

In den intensiven, halbmilitärischen Trainingskursen lernten die Wildhüter Grundlagen in Ökologie, Ökosystemmanagement und Waffenlehre. Außerdem erwarben sie wichtige Kenntnisse für die Arbeit im Busch, wie beispielsweise GPS-Kartie­rung und Überlebenstraining. Das Training bereitet die Anwärter nicht nur darauf vor, Wildtiere und die Natur zu schützen, sondern auch Konflikte mit bewaffneten Wilderern und deren zum Teil hoch professionellen Strukturen zu meistern. 

Die Ausbildung der Wildhüter war ein wichtiger Schritt, im Kampf gegen die Wilderei in Kenia. Aber sie sind auch weiterhin auf unsere Unterstützung angewiesen. So konnte die AGA die Wildhüter außerdem mit der dringend benötigten Ausrüstung versorgen. Sie benötigen beispielsweise Ferngläser, GPS-Geräte und Zelte.

AGA finanziert ein Wildhüterteam

Ab Januar 2016 fehlte für das Mtito Wildhüterteam des DSWT, das in der nördlichen Region des Tsavo East Nationalparks und den umliegenden Gemeinden im Einsatz ist, die Finanzierung. Die AGA sagte zu, das Mtito Team zu unterstützen, um so die Wildtiere in dieser Region zu schützen.

Seit Anfang 2016 finanziert die AGA das gesamte 6-köpfige Mtito Wildhüterteam im Tsavo East Nationalpark. Die Wildhüter sind Teil des DSWT, der Partnerorganisation der AGA. Der DSWT koordiniert aktuell insgesamt zehn Wildhüterteams in Kenias größtem Nationalpark.

Die Männer sammeln beispielsweise illegale Fallen ein, die im Tsavo East Nationalpark gestellt und ausgelegt werden, um Wildtiere zu fangen. Einige dieser grausamen Schlingfallen werden ausgelegt, um gezielt Elefanten zu fangen, und die Wildhüter berichten, dass sie diese Art von Fallen immer häufiger finden. 

Mehr über die Arbeit und den Erfolgen der Wildhüter erfahren Sie hier.

Bitte unterstützen Sie die Wildhüter

Neben der Ausbildung der Wildhüter, unterstützt die AGA auch deren weiteren Einsatz. Der unermüdliche Einsatz kostet nicht nur Kraft und Nerven, sondern auch viel Geld. Neben den Gehältern muss auch die Ausrüstung bezahlt werden. Campingutensilien, Funkgeräte, Kameras und GPS-Empfänger helfen den Männern bei der Arbeit.

Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende, dass wir das Mtito Team auch weiterhin finanzieren können. Etwa 2.800 Euro pro Monat kostet der Einsatz der 6-köpfigen Einheit. Die engagierten Wildhüter sind für ihre wichtige Arbeit auf unsere Hilfe angewiesen. 

Für diese Arbeit und auch die Aufzucht der kleinsten Opfer der Wilderei, den verwaisten Elefantenjungen, sind wir weiterhin auf Ihre Unterstützung angewiesen. Bitte spenden Sie für den Schutz der Elefanten oder übernehmen Sie eine Patenschaft für eine Elefantenwaise.

Gewilderter Elefant
durch einen Giftpfeil getötet
die von der AGA unterstützten Wildhüter mit Dame Daphne Sheldrick
die AGA stellt Wildhütern benötigte Ausrüstung zur Verfügung

Bilder

© DSWT

 

Das von der AGA finanzierte Mtito-Wilhüterteam im Einsatz

Bilder © AGA/Birgit Braun

 

 

Jahresbilanz 2016

Im Jahr 2016 sammelten die zehn Wildhüterteams des DSWT 6.720 Fallen ein; gemeinsam mit den Rangern des Kenya Wildlife Service verbuchten die Wildhüter 412 Festnahmen, etwa wegen Wilderei, Abholzung oder illegaler Beweidung; die Männer zerlegten 353 Ansitze und Verstecke wildernder Heckenschützen und konfiszierten 842 Waffen und illegale Ausrüstungsgegenstände. Und zusätzlich behandelten die Wildhüter zahlreiche verletzte Elefanten.