Spürhunde helfen Geparde zählen

Die Größe und Verbreitung von Gepardenpopulationen zu erfassen, ist eine wichtige Voraussetzung, um wirksame Maßnahmen zum Schutz der wild lebenden Geparde durchführen zu können.

Die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V. unterstützt den Cheetah Conservation Fund (CCF) in Namibia und Aktion for Cheetahs in Kenya (ACK) bei dieser wichtigen Forschungsarbeit. Die engagierten Artenschützer bekommen hierbei Hilfe von Spürhunden, die auf das Aufspüren von Gepardenkot trainiert sind. So helfen die Vierbeiner bei der Erfassung des Gepardenbestandes.

Um wirksame Strategien für den Schutz der Geparde in der Wildnis entwickeln zu können, ist es wichtig, ihr Verbreitungsgebiet zu kennen und ihre Lebensweise zu verstehen. Nur so können dort, wo Geparde vorkommen, geeignete Schutzaktivitäten, wie beispielsweise effektive Viehhaltungsmethoden zum Schutz der Nutzviehherden der Farmer, durchgeführt werden. Die Möglichkeit, eine Bestandsaufnahme der Gepardenpopulation mit Hilfe von Fotofallen zu ermitteln, ist räumlich begrenzt und mit einem hohen Kostenaufwand verbunden. Zusätzlich zum Aufstellen von Fotofallen, bei denen ausgelöst durch einen Bewegungsmelder automatisch ein Foto mittels einer versteckt aufgestellten Kamera gemacht wird, müssen weitere innovative Methoden zur Bestandsaufnahme entwickelt und eingesetzt werden. 

Hundenasen helfen beim Gepardenzählen

Da Geparde sehr scheue Wildtiere sind, ist es schwer, sie in freier Wildbahn zu beobachten. Aus diesem Grund erhalten der CCF und ACK bei dieser Aufgabe nun Unterstützung durch speziell ausgebildete Spürhunde. Sie wurden auf das Aufspüren von Gepardenkot trainiert. Hunde nehmen ihre Umwelt hauptsächlich durch ihr Riechvermögen wahr, das das menschliche Riechvermögen um ein Vielfaches übertrifft. Aus diesem Grund und wegen ihrer außerordentlichen Lernfähigkeit, sind Hunde bestens geeignete Hilfsmittel beim Aufspüren von allem, was Duftstoffe abgibt. Hierzu zählt natürlich auch der Kot von Geparden.

Die AGA unterstützt diese speziellen Spürhunde-Programme zum Schutz der Geparde in Namibia und Kenia finanziell und mit der Expertise aus mehreren Jahren Erfahrung aus dem Training und Einsatz von Artenschutz-Spürhunden. Birgit Braun, Geschäftsführerin der AGA, hat sich seit über 10 Jahren mit den Einsatzmöglichkeiten von Spürhunden im Bereich Artenschutz beschäftigt. Auf ihre Initiative ist es zurückzuführen, dass beispielsweise in Deutschland, aber auch in weiteren Ländern, Artenschutz- Spürhunde beim Zoll eingesetzt werden, um geschmuggelte Tiere und Pflanzen sowie Produkte aus ihnen aufzuspüren.

Im Gepardenkot enthalten sind unter anderem DNA-Spuren der jeweiligen Geparde, wie auch Rückstände, die auf die verdaute Nahrung des Tieres schließen lassen. So können anhand der Kotproben nicht nur Geparde, sondern auch ihr Speisezettel individuell bestimmt werden. Dies hilft beispielsweise, Farmern aufzuzeigen, dass Geparde in der Regel Wildtiere fressen. So können die Besitzer von Nutzvieh überzeugt werden, Geparde aus Angst um ihre Tiere nicht gleich zu erschießen, wenn sie sie auf ihrem Farmland entdecken. 

Im Rahmen des Projektes suchen die Mitarbeiter des CCF und ACK zusammen mit den Spürhunden in bestimmten Gebieten auf freier Fläche nach Gepardenkot. Aus diesem werden dann die DNA-Proben extrahiert und wissenschaftlich ausgewertet. 

Die Hunde leisten vor Ort hervorragende Arbeit beim Aufspüren des Gepardenkots. Bitte helfen Sie den Spürhunden bei ihrer Arbeit zum Schutz der bedrohten Geparde. Bitte spenden Sie für den Einsatz der Spürhunde im Rahmen des Geparden-Schutzprojektes.

Rundschreiben 2/2015

Der Nase nach – Spürhunde helfen, Geparde zu schützen WEITER

Bilder: 1, 3 © AGA/Birgit Braun

Bilder: 2 © AGA/Matthias Braun

Bilder: 4, 5 © ACK

Bild: 6 © CCF