VERHALTEN AM NISTSTRAND

Wir teilen uns Strände mit Meeresschildkröten - so achten Sie auf den Schutz der Tiere!

Meeresschildkröten sind weltweit verbreitet und sowohl in Küstennähe, als auch auf hoher See anzutreffen. Sie verbringen ihr ganzes Leben im Meer, aber zur Eiablage müssen die Weibchen an Land kommen, um am Strand ein Nest zu graben, in dem sie ihre Eier ablegen können.

Nach der Eiablage beginnt die Meeresschildkröte damit, das Nest zu schließen. Mit den Hinterflossen schaufelt sie dazu Sand in die Nestöffnung, presst den Sand fest und fängt gleichzeitig an, mit den Vorderflossen losen Sand nach hinten zu werfen. Damit tarnt die Meeresschildkröte das Nest, denn sie bedeckt damit nicht nur sich selbst mit Sand, sondern auch das Nest und die Umgebung.

Nach der Eiablage kehrt die Meeresschildkröte zurück ins Meer. Ihre Eier bleiben etwa je nach Art um die 60 Tage im Nest vergraben am Strand und werden von der Sonne ausgebrütet.

Wenn die Spuren im Sand verschwunden sind, ist das Nest nicht mehr zu entdecken. Das ist ein wichtiger Schutz vor tierischen Nesträubern, aber leider führt dies dazu, dass Touristen am Strand immer wieder, auch unabsichtlich, Nester zerstören. Deswegen versuchen engagierte Artenschützer an touristisch genutzten Stränden stark gefährdete Nester zu markieren und mit Hinweisen und Schutzkäfigen zu schützen.

Tragen Sie mit dem richtigen Verhalten am Niststrand zum Schutz der Meeresschildkröten bei

An einem Niststrand dürfen keine Löcher, beispielsweise für Sandburgen, gegraben und auch keine Sonnenschirme in den Sand gesteckt werden. Dabei könnte sonst ein Nest ausgraben oder mit dem Schirm ein Ei im Nest beschädigt werden. Selbst wenn nur ein Ei beschädigt wird, kann das ganze Nest durch die auslaufende Flüssigkeit vergammeln.

Das Befahren des Strandes mit Fahrzeugen, wie beispielsweise Quads, kann den Sand über dem Nest so stark zusammenpressen, dass das Nest beschädigt wird oder sich die kleinen Schildkröten nicht durch die feste Sandschicht graben können.

Künstliche Lichtquellen wie Hotelbeleuchtungen und Straßenlaternen irritieren die Meeresschildkrötenweibchen bei ihrem mühsamen Weg zur Eiablage am Strand. Auch die frisch geschlüpften Schildkrötenbabys werden durch die Beleuchtung gefährdet, denn sie orientieren sich in der Natur am Licht (dem Mond, der sich auf der Wasseroberfläche spiegelt), um den Weg ins Meer zu finden. Künstliche Beleuchtung kann sie in die falsche Richtung leiten. Besuchen Sie deshalb nachts keine beleuchten Bars am Strand und bitten Sie Ihr Hotel, ggf. die Beleuchtung in Strandnähe abzuschalten oder abzuschirmen.

Auch Menschen, die am Strand einen Spaziergang machen oder eine Party feiern, können die Tiere stören und vertreiben.

Liegestühle, Sonnenschirme und andere Gegenstände stellen oftmals unüberwindbare Hindernisse für die Meeresschildkröten dar. Wenn die Weibchen keinen freien Weg zum Strand hinauf finden, kehren sie um. Dann kann es sein, dass sie ihre Eier im Meer ablegen und diese nicht ausgebrütet werden können. Auch für die Schildkrötenbabys können diese Hindernisse eine tödliche Gefahr darstellen. Sie können sich z.B. in leeren Bechern und Tüten verfangen. Achten Sie deshalb darauf, keinen Müll oder andere Gegenstände am Strand liegen zu lassen und bitten Sie Ihr Hotel, ggf. Liegestühle, Sonnenschirme und andere Gegenstände über Nacht vom Strand weg zu räumen.

Ganz wichtig:

Bitte informieren Sie sich vor Ihrem Strandurlaub, ob es sich um einen Niststrand von Meeresschildkröten handelt. Halten Sie am Strand Ausschau nach Hinweistafeln und bitte beachten Sie die dort genannten Verhaltensvorschriften.

Bei einer Begegnung im Meer beachten Sie bitte:

Meeresschildkröten müssen zum Luftholen immer wieder an die Wasseroberfläche auftauchen. Wenn sie auf dem Weg an die Oberfläche erschreckt werden, dann tauchen sie oft verängstigt wieder ab, und haben dann vielleicht nicht mehr genug Luftreserven, um rechtzeitig wieder auftauchen zu können. Deshalb halten Sie bitte beim Tauchen, Schnorcheln, Schwimmen oder einer Bootsausfahrt immer ausreichend Abstand zu Meeresschildkröten, denn diese sind sehr schreckhaft.

Bilder 1, 3, 9, 10 (c) Walter Helbling

Bilder 2, 4-8 (c) AGA/BirgitBraun