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MEERESSCHILDKRÖTEN ALS BEIFANG

PETRI HEIL ?! – MEERESSCHILDKRÖTEN AM HAKEN

Jedes Jahr werden Hunderttausende Meeresschildkröten, Meeressäuger, Seevögel und Fische, wie beispielsweise Haie, von Fischern "versehentlich" gefangen. Sie geraten in die kilometerlangen Netze oder bleiben an den Fischerhaken hängen. Die ohnehin schon stark bedrohten Tierarten werden durch diese Verluste weiter dezimiert.

In den meisten Fällen stellen Meeresschildkröten, Wale und Delphine unerwünschten "Beifang" dar - also Arten, die durch nichtselektive Methoden beiläufig mitgefangen werden. Falls sie beim Einholen der Netze oder Leinen noch leben, werden sie wieder ins Meer geworfen. Gelegentlich werden sie aber auch als willkommene zusätzliche Beute betrachtet oder sie werden als Nahrungskonkurrenten angesehen und aus diesem Grund getötet. Aber auch Tiere, die wieder freigelassen wurden, überleben nicht immer: Es wird geschätzt, dass jedes dritte Tier kurze Zeit später an Hirnschäden stirbt - verursacht durch den langanhaltenden Sauerstoffmangel unter Wasser- oder durch Verletzungen, die sie sich an den Netzen oder durch Verschlucken der Haken zugezogen haben.

Im folgenden Text finden Sie Informationen zu den drei von der industriellen Fischerei genutzten Fangmethoden:

Langleinen

...bestehen aus einer Hauptleine, die durch Schwimmer an der Wasseroberfläche gehalten wird und von der die Nebenleinen etwa 25 m tief herabhängen. An den Nebenleinen hängen die mit Köderfischen versehenen Haken. Die jeweils 300 m langen Hauptleinen werden zu Ketten verbunden, die im Mittelmeer Längen von über 40 km und in den Ozeanen sogar Längen von über 100 km erreichen können. Pro Tag werden auf diese Art etwa 3,8 Millionen Haken ausgelegt! Das eigentliche Ziel dieser Fischereimethode sind v.a. Schwertfische, Thunfische, gelegentlich auch Haie. Aber auch andere fischfressende Meeresbewohner, wie Meeresschildkröten und Delphine werden durch den Geruch angelockt und beißen an den Ködern an.

Das Problem

Weltweit werden jährlich mehr als 250.000  Meeresschildkröten durch diese Methode gefangen -davon nach verschiedenen Untersuchungen allein im Mittelmeer 15.000 bis 30.000 Meeresschildkröten (bei etwa 80% davon handelt es sich um die Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta) und bei etwa 20% um die Lederschildkröte (Dermochelys coriacea).

Treibnetze

...werden durch Schwimmer an der Wasseroberfläche gehalten, durch Gewichte am unteren Rand aufgespannt und von einem oder zwei Booten gezogen. Ihre Höhe beträgt meist 20 bis 30 m, ihre Länge einige Kilometer. Probleme traten dadurch auf, dass die Maschen vergrößert wurden und die Netzlänge erhöht wurde, um größere Fischarten zu fangen. In diesen größeren Maschen verfingen sich nun auch Meeresschildkröten oder Delphine, verletzten sich oder erstickten qualvoll.

Das Problem

Der Einsatz von Treibnetzen zum Thunfischfang ist zwar im Atlantik und im Mittelmeer seit 2002 verboten. Laut Einschätzungen des WWF setzen jedoch marokkanische, französische, türkische und italienische Flotten immer noch über 4.000 km illegale Treibnetze ein. Allein den marokkanischen Fischern gehen dabei jährlich 3.000 - 4.000 Delphine ins Netz.

Schleppnetze

...sind trichterförmige Netze, die hinter einem Boot hergezogen werden. In erster Linie werden sie für den Shrimps-Fang eingesetzt, aber die riesige Netzöffnung erfasst auch alle anderen Lebewesen, die in ihren Weg geraten. Dadurch sind Schleppnetze eine äußerst ineffektive Methode der Fischerei. Studien haben ergeben, dass die unerwünschte Beute das Fünf- bis Zehnfache der Shrimpsmenge ausmacht.

Das Problem

Jährlich geraten z.B. mehrere Hunderttausend Meeresschildkröten in Schleppnetze, von denen etwa 150.000 dadurch getötet werden.

Verschiedene Forschungsgruppen beschäftigen sich bereits mit dem Problem, wie die Fischerei einerseits rentabel bleibt, andererseits aber die bedrohten Meeressäuger und Meeresschildkröten nicht noch zusätzlich gefährdet. Vielversprechende Anfänge wurden bereits gemacht - aber es gibt immer noch viel zu tun.

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Fangmethode Langleine
Fangmethode Treibnetz
Fangmethode Schleppnetz
Unechte Karettschildkröte am Haken
Lederschildkröte gefangen in der Leine