Geparde im Ausverkauf für den Heimtiermarkt

Der illegale Handel mit Geparden ist eine der größten Gefahren für die Raubkatze

Obwohl der Gepard das schnellste Landsäugetier ist, fällt die schnelle Katze im Wettlauf gegen die Ausrottung immer weiter zurück. Ein besonderer Druck lastet auf den Beständen am Horn von Afrika, denn von hier stammt ein Großteil der Gepardenjungtiere, die auf Straßenmärkten oder im Internet illegal als Haustiere angeboten werden. Eine große Nachfrage besteht u.a. aus den arabischen Golfstaaten, wo die elegante Katze gerne als Statussymbol gehalten wird. 

Der illegale Handel für den Heimtiermarkt ist besonders verhängnisvoll, denn für jeden Gepard, der illegal auf den Markt gelangt, sterben 5 oder mehr der jungen Katzen beim Fang und Schmuggel. Oft sind die Jungtiere krank, ausgehungert, und können ansteckende Krankheiten übertragen. Der illegale Handel stellt daher zusätzlich zum Verlust des Lebensraumes und dem bestehenden Mensch-Wildtier-Konflikt eine große Gefahr für das Überleben der Geparde dar.

Hinzu kommt, dass die Tiere in Gefangenschaft schwer zu züchten sind, weshalb die Nachfrage hauptsächlich mit Wildfängen befriedigt wird. Die Sterblichkeit der Geparde als Haustiere ist sehr hoch, was zu einer steten Nachfrage führt und den Druck auf die Bestände in der Wildnis weiter erhöht.

In den letzten 100 Jahren ist die weltweite Geparden-Population um fast 90% gesunken, von etwa 100.000 auf nur noch geschätzte 10.000 Tiere in freier Wildbahn. Waren sie einst über beinahe ganz Afrika sowie in Vorderasien, auf der indischen Halbinsel und in Teilen Zentralasiens verbreitet, so ist der Restbestand fast nur noch in Afrika, südlich der Sahara anzutreffen.

Die AGA klärt EU-Parlamentarier über die Problematik auf

Zusammen mit ihrer Partnerorganisation, dem Cheetah Conservation Fund, drängt die AGA deshalb auf ein stärkeres Engagement im Kampf gegen den illegalen Handel mit Wildtieren und machte im Rahmen der ersten Act4Animals EU-Konferenz, die vom 07.-09. Oktober 2014 im Europäischen Parlament stattfand, auf das Schicksal der Geparde aufmerksam.

Während der Veranstaltung konnte Birgit Braun, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der AGA, die teilnehmenden EU-Parlamentarier über das Ausmaß des illegalen Handels mit Geparden informieren. Unterstützung erhielt die AGA dabei von ihren Kollegen vom CCF Belgium, die die Teilnahme an der Konferenz organisiert haben.

EU-Meeting in Brüssel zur Wildereikrise in Afrika und Besuch beim CITES Sekretariat

Am 09. und 10. Februar 2015 trafen sich in Brüssel Experten von Regierungsbehörden und Nichtregierungsorganisationen aus Europa und Afrika zu einer Fachsitzung der EU zur Entwicklung einer Strategie für den Artenschutz in Afrika. Auch die AGA und ihre Partnerorganisation CCF waren eingeladen.

Diskutiert wurde der Entwurf eines Fachberichts der EU mit dem Titel "Larger than Elephants: Inputs for the design of an EU Strategic Approach to Wildlife Conservation in Africa”. Dieser soll die Grundlage für die Aktivitäten der EU in dieser Region in den kommenden 10 Jahren darstellen. Die AGA und der CCF begrüßen diesen Vorstoß der EU und unterstützen die Umsetzung der Strategie. Dr. Laurie Marker, Geschäftsführerin des CCF, konnte in ihrem Vortrag die notwendigen Maßnahmen vorstellen, die umgesetzt werden müssen, um die Geparde vor dem Aussterben zu bewahren. Die Fachsitzung wurde von der Europäischen Kommission Directorate General for Development and Cooperation (DEVCO) einberufen.

In der darauf folgenden Woche konnte Birgit Braun einen weiteren Termin zusammen mit Dr. Laurie Marker wahrnehmen. Der illegale Handel mit Geparden war Thema bei einem Treffen mit Vertretern des CITES (auch bekannt als Washingtoner Artenschutzübereinkommen) Sekretariats in Genf (Schweiz). 

Erfolge für den Schutz der Geparde bei der Weltartenschutzkonferenz 2016 in Johannesburg

Vom 24.September bis 04. Oktober 2016 fand die 17. CITES-Vertragsstaatenkonferenz (auch bekannt als Washingtoner Artenschutzübereinkommen) in Johannesburg, Südafrika, statt. 

Unsere Kollegin Dr. Laurie Marker, vom Cheetah Conservation Fund, war vor Ort, um über den illegalen Handel mit Geparden insbesondere für den Heimtiermarkt zu informieren. Die AGA unterstützt den CCF bei dieser Arbeit seit mehreren Jahren. Nun soll ein spezielles CITES Cheetah Forum gegründet werden, um die Mitgliedsstaaten, Experten und Naturschutzorganisationen besser zu vernetzen. So soll der illegale Handel besser untersucht und bekämpft werden. Außerdem werden Hilfestellungen für Beschlagnahmungen, Beweisaufnahmen und Unterbringung von geretteten Geparden erarbeitet.  In diesem Zusammenhang freuen wir uns auch über die Ankündigung der Vereinigten Arabischen Emirate, die bereits vor der Konferenz angekündigt haben, ein Gesetz zu erlassen, um die Haltung von Geparden und anderer exotischen Tiere als Haustiere zu verbieten.

Bitte spenden Sie für den Schutz der Geparde, denn nur mit Ihrer Hilfe können wir uns dafür einsetzen, den illegalen Handel mit Geparden zu stoppen.

Drei geschmuggelte Gepardenjunge, einer ist bereits verstorben (c)CCF
illegal gehandeltes Gepardenjunge (c)CCF
viele Geparden sterben (c)LaurieMarker/CCF

bei der Act4Animals Konferenz in Brüssel (c)CCF Belgium

Teresia Robitschko, Dr. Laurie Marker, Birgit Braun beim EU-Meeting
Teresia Robitschko, Dr. Laurie Marker, Birgit Braun beim CITES-Sekretariat