CITES/WASHINGTONER ARTENSCHUTZÜBEREINKOMMEN

CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) ist in Deutschland eher als "Washingtoner Artenschutzabkommen" bekannt.

Dieses Abkommen verfolgt das Ziel, den internationalen Handel mit wildlebenden Tieren und Pflanzen, der pro Jahr einen Umsatz von mehreren Milliarden Euro erreicht, zu regulieren.

Es wurde am 3. März 1973 beschlossen und bisher von derzeit ca. 182 Staaten unterzeichnet. In Deutschland ist es seit dem 20. Juni 1976 in Kraft. CITES beschränkt und kontrolliert den internationalen Handel mit Exemplaren, Teilen oder Produkten von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Das Instrument dazu sind Ein- und Ausfuhrbestimmungen. Derzeit umfasst das Abkommen mehr als 35.000 Tier- und Pflanzenarten, deren jeweiliger Schutzstatus in drei Anhängen festgelegt wird:

  • Anhang I listet diejenigen Arten auf, die direkt vom Aussterben bedroht sind. Für sie gilt ein absolutes Handelsverbot. Für wissenschaftliche Zwecke können Ausnahmegenehmigungen erteilt werden.
  •  Anhang II enthält Arten, die gefährdet sind und ohne Einschränkung und strikte Kontrolle des Handels ausgerottet werden könnten, obwohl die Bestände eine wirtschaftliche Nutzung noch zulassen.
  • Anhang III enthält Arten, die wenigstens ein Ursprungsland schützen will, aber ohne Mithilfe nicht in der Lage ist, den internationalen Handel zu kontrollieren.

Die Delegationen der Vertragsstaaten treffen sich alle etwa drei Jahre, um über Aufnahme, Herausnahme oder Umgruppierung von Arten in einen anderen Schutzstatus, über Kontrollmaßnahmen und Auswirkungen ihrer früheren Entscheidungen zu diskutieren.

Erfolge für den Schutz der Geparde, Elefanten, Nashörner und vieler weiterer bedrohter Arten bei der Weltartenschutzkonferenz 2016 in Johannesburg, Südafrika

Vom 24.September bis 04. Oktober 2016 fand die 17. CITES-Vertragsstaatenkonferenz (auch bekannt als Washingtoner Artenschutzübereinkommen) in Johannesburg, Südafrika, statt. Die Delegierten von 152 Regierungen der 183 Mitgliedstaaten von CITES verhandelten über mehr als 60 Anträge bzgl. Beschränkungen und Kontrollen des internationalen Handels mit Exemplaren, Teilen oder Produkten gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. 

Zu unserer großen Erleichterung bleibt der internationale Handel mit Elfenbein und Horn vom Nashorn verboten. Entsprechende Anträge von Namibia, Simbabwe und Swaziland zur Freigabe des Handels wurden abgelehnt. Beschlossen wurde außerdem eine Resolution, die nationalen Elfenbeinmärkte zu schließen, sowie Richtlinien, den illegalen Handel stärker zur bekämpfen. Da Verbote und Gesetze allein die Wilderei nicht wirksam bekämpfen können, sind dies wichtige Entscheidungen, um deren Vollzug zu stärken. 

Auch für den Schutz der Geparde konnten Erfolge auf der Konferenz errungen werden. Unsere Kollegin Dr. Laurie Marker, vom Cheetah Conservation Fund, war vor Ort, um über den illegalen Handel mit Geparden insbesondere für den Heimtiermarkt zu informieren. Die AGA unterstützt den CCF bei dieser Arbeit seit mehreren Jahren. Nun soll ein spezielles CITES Cheetah Forum gegründet werden, um die Mitgliedsstaaten, Experten und Naturschutzorganisationen besser zu vernetzen. So soll der illegale Handel besser untersucht und bekämpft werden. Außerdem werden Hilfestellungen für Beschlagnahmungen, Beweisaufnahmen und Unterbringung von geretteten Geparden erarbeitet. In diesem Zusammenhang freuen wir uns auch über die Ankündigung der Vereinigten Arabischen Emirate, die bereits vor der Konferenz angekündigt haben, ein Gesetz zu erlassen, um die Haltung von Geparden und anderer exotischen Tiere als Haustiere zu verbieten.

Viele weitere bedrohte Arten, wie Schuppentiere, Graupapageien, verschiedene Hai- und Reptilienarten werden nun durch CITES besser geschützt. Zudem wurden Themen wie Korruption, Cyberkriminalität und die Reduktion der Nachfrage nach Wildtierprodukten angesprochen und Resolutionen beschlossen.

Auch der wachsende Reiseverkehr und die steigenden Touristenzahlen tragen zum Anstieg des illegalen Handels mit bedrohten Arten bei. Achten Sie in Ihrem Urlaub auf die richtigen Souvenirs und unterstützen Sie nicht das Sterben seltener oder geschützter Tier- und Pflanzenarten durch den Kauf verbotener Souvenirs. Informieren Sie sich vor Ihrer Reise mit dem AGA-Ratgeber zum Souvenirkauf, auf was Sie beim Kauf von Souvenirs achten müssen.





Bilder 1, 2 © Birgit Braun/AGA