SCHUTZPROJEKT „CHAMAELEO”

Der Lebensraum der letzten Basiliskenchamäleons (Chamaeleo africanus) im Süden Griechenlands ist von einzigartiger Schönheit und außerdem wertvoller Brut-, Rast- und Überwinterungsplatz für über 280 Vogelarten. An den umliegenden Stränden nisten Meeresschildkröten. Im Gebiet leben außerdem unzählige weitere, teilweise stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten, deren letzte Rückzugsgebiete immer mehr dem Massentourismus weichen müssen. 

Das Gebiet ist eines der wichtigsten Feuchtgebiete im Süden Griechenlands. Unentbehrlich für Tausende von Zugvögeln, die in den angrenzenden fischreichen Gewässern rasten und überwintern. In diesem Gebiet wurden über 30 Amphibien- und Reptilienarten registriert, die nach europäischem Recht unter strengem Schutz stehen. Dieses Habitat ist gleichzeitig einziger Lebensraum und Eiablageplatz des Basiliskenchamäleons auf dem europäischen Kontinent.

Etwa 95% dieser Chamäleons leben heute nur noch auf dem kleinen, etwa 25 ha umfassenden Landstreifen. Glaubhaften Angaben der Anwohner zufolge erstreckte sich das Vorkommen der Art ursprünglich auf ein größeres Gebiet. Es ist davon auszugehen, dass maschinelle Landwirtschaft und Bebauung des Umlands ihren Lebensraum auf dieses kleine, heute noch existierende Areal schrumpfen ließ. Zusätzlich bedrohen Terrarianer, durch das Absammeln der Tiere für die Haltung in Gefangenschaft, die Restpopulation. Das ist auch der Grund, warum der genaue Fundort dieser Tiere hier nicht genannt wird.

Die stärksten Bedrohungen für die Chamäleons sind:

  • Tourismus entlang der Nistbereiche, der extreme Störung für nistende Chamäleons und die Zerstörung der Eiablageplätze bedeutet,
  • Straßentod,
  • Fang der Tiere für die Haltung in Gefangenschaft (Terraristik),
  • illegale Nutzung der Schutzfläche als Vieh- und Weideland,
  • übermäßiger Feindbesatz durch Hund, Katze, Ratte, Fuchs und Marder, die durch den Abfall der Badegäste angezogen werden,
  • Einsatz von Insektiziden zur Bekämpfung der Stechmücken.

Um die Eiablageplätze der Chamäleons und anderer gefährdeter Arten zu sichern, hat die AGA bis Ende 2013 die Arbeit der HOS (Hellenic Ornithological Society) unterstützt. Mit Hilfe von freiwilligen Helfern wurden im Rahmen des Projektes beispielsweise Steine und Baumaterial aufgeschüttet, damit die Zufahrt für Fahrzeuge durch die Sanddünen zum Strand unterbunden wird. Die zerstörten Bereiche hinter den Absperrungen wurden durch Renaturierungsmaßnahmen wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Diese Arbeiten wurden bei Bedarf wiederholt und fortgesetzt. Zusätzliche Hinweisschilder machen die Touristen darauf aufmerksam, dass es sich um ein Schutzgebiet handelt.

Außerdem hat die AGA die Erstellung eines nationalen Aktionsplans zum Schutz und Erhaltung des Basisliskenchamäleons in Griechenland durch die Hellenic Herpetological Society unterstützt. 

Bilder © 1 Jeffrey van Daele

Bilder © 2,3 Thomas Colas de Francs

Bilder © 4,5 AGA/B.Braun