CHAMÄLEONS

Die Chamäleons gehören zu der Familie der Echsen und sind somit Verwandte von Leguanen und Agamen. Zusammen mit den Schildkröten, den Schlangen und Krokodilen bilden sie die Klasse der Reptilien.

Diese haben als Erkennungszeichen eine äußere Hautschicht aus Schuppen, welche aus Keratin besteht, wie auch unsere Haare. Zudem gelten Reptilien als wechselwarme Tiere, die auf die Wärme von außen (Sonnenlicht) angewiesen sind um zu überleben. Sie sind selbst nur in geringem Maße zur Wärmeregulierung fähig. Wenn es sehr kalt ist, fallen sie in eine Kältestarre und können sich nicht mehr bewegen.

Daher liegt der bevorzugte Lebensraum der Echsen in warmen Regionen. Chamäleons sind über weite Teile Afrikas verbreitet und leben dort bevorzugt in feuchten Waldgebieten. Ebenso findet man sie in mediterranen Gebieten, wie z.B. in Spanien, das Europäische Chamäleon (Chamaeleo chamaeleon). Es gibt heute 133 Arten in sechs verschiedenen Gattungen, wobei es darunter besonders kleine Arten gibt, die weniger als 25 Millimeter "kurz" sind, die Stummelschwanz- oder Erdchamäleons (Brookesia), andere, wie das Jemenchamäleon (Ch. calyptratus), mit einer Größe von 55 cm und das Riesenchamäleon (Ch. oustaleti) mit 65 cm Größe fast riesig erscheinen.

Allen Chamäleons gemein ist der seitlich abgeflachte Körper, die Füße bilden Greifzangen mit jeweils 5 Zehen. An der Hand stehen drei Zehen nach innen, zwei nach außen, am Fuß genau umgekehrt. Mit dem einrollbaren Greifschwanz können sie sich, wie mit einer fünften Hand, geschickt an Ästen und Zweigen festhalten. Sie brauchen ihn vor allem, wenn sie auf Beutejagd gehen.

Mit ihrer hervorschnellbaren Zunge fangen sie kleine Beutetiere, wie Insekten, die meist in großer Entfernung auf einem Blatt oder Ast sitzen. Der Zungenapparat kann dabei so lang sein wie ihr ganzer Körper und eine Geschwindigkeit von mehr als 5 Meter in der Sekunde annehmen.
Vor ihrem Fang taxieren sie die Beute genau, um dann blitzartig zuzuschlagen. Die beiden Augen lassen sich dabei auch unabhängig voneinander bewegen um alles im Blick zu haben.
Größere Chamäleonarten (Chamaeleo jacksonii, Ch. calyptratus) ernähren sich auch von kleinen Wirbeltieren (Eidechsen, Mäuse). Flüssigkeit nehmen sie auf, indem sie Tau von den Blättern aufnehmen.

Chamäleons sind vor allem durch ihre besonderen Tarnfärbungen bekannt, sie können sich bis zu einem gewissen Grad an ihre Umgebung anpassen und scheinen so für unsere Augen fast unsichtbar zu sein. Doch nicht alle Farbveränderungen haben mit der Anpassung an die Umgebung zu tun.

Einige Chamäleonarten, wie z.B. das bunte Zwergchamäleon (Bradypodion damaranum), sind im Ruhezustand ganzheitlich grün, doch sobald sie sich bedroht fühlen, zeigen sie ein ausgeprägtes Farbmuster in schillerndem Violett und Orange und demonstrieren so ihre Wehrhaftigkeit. Auch das interessante Teppichchamäleon (Ch. lateralis), das auf Madagaskar vorkommt, ist normalerweise dunkelgrün gefärbt, doch bei drohender Gefahr entwickelt es ein mosaikartiges Farbmuster, welches ihm seinen Namen gab.

Manche Arten haben auch zipfelartige Vorsprünge (Brookesia) oder Hörner am Kopf, z.B. das ostafrikanische Dreihornchamäleon (Chamaeleo jacksonii). Sie dienen den Männchen als Waffe im Kampf mit Artgenossen. Solche Zweikämpfe zwischen zwei Rivalen können, wie beim südafrikanischem Zwergchamäleon (Bradypodion spec.) mit Fauchen und Beißen einhergehen.

Die Weibchen legen nach der Begattung ca. 20-40 Eier in selbst gegrabene Erdgruben. Eine der größten Arten, das Mellers Chamäleon (Ch. melleri), legt sogar bis zu 70 Eier in ein Nest. Nach ca. 8-9 Monaten schlüpfen dann die jungen Chamäleons.

Es gibt aber auch lebendgebährende Chamäleonarten, wie das Zweistreifenchamäleon (Ch. bitaeniatus) das in Mittel- und Ostafrika beheimatet ist. Die Weibchen bringen 10-25 Jungtiere zur Welt, die bei der Geburt eine durchschnittliche Größe von 4 cm haben.

Vor einigen Jahren hat man das Basilisken- oder Afrikanische Chamäleon (Ch. africanus) auch in Europa entdeckt, im Südwesten Griechenlands. Bisher dachte man es handle sich um das bekannte Europäische Chamäleon.

Es unterschied sich jedoch durch seine Größe - diese Art ist bis zu einer Länge von 37 cm, größer, als sein europäischer Verwandter - und auch durch einen kleinen Dorn, den es an den Hinterbeinen trägt. Es kommt wohl schon seit der Antike in Griechenland vor, jetzt ist es allerdings in seinem Bestand stark gefährdet.

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Parsonchamäleon Chamaeleo parsonii


Nahrungsaufnahme
Teppichchamäleon
Chamaeleo nateralis
Stummelschwanzchamäleon Brookesia superciliaris

Bilder 2,3,4,7 © J. & C. Sohns

Bilder 1,5,6 © Michael Schwarz

pardalisberlin.de