Bushblok-Holzbriketts helfen beim Gepardenschutz

Die weiten Ebenen im Norden Namibias sind eigentlich offene Savannenlandschaften, mit ausgedehnten Grasflächen. Bei der Überweidung durch die Nutzviehhaltung kommt es aber zu Verbuschung und Verkarstung und einem Zuwachsen der einst offenen Weideflächen. 

Manche Gegenden, wie die Umgebung von Otjiwarongo, sind derart verbuscht, dass das Vieh auf den Farmen kaum noch Gras findet. Viele Farmer bekämpfen diese Verbuschung mit der Hacke, einige mit Giften. Mit dem innovativen Bushblok-Pilotprojekt geht der Cheetah Conservation Fund (CCF) neue Wege!

Invasiver Dornbusch überwuchert Namibias Savannen-landschaft

Die Aktionsgemeinschaft Artenschutz (AGA) e.V. setzt sich in Namibia zusammen mit dem Cheetah Conservation Fund (CCF) mit Sitz in Otjiwarongo, Namibia, für den Schutz der vom Aussterben bedrohten Geparde ein. Die zunehmende Verbuschung ist nicht nur ein Problem für die Viehwirtschaft, sondern engt auch den Lebensraum der Geparde immer stärker ein. Zum Laufen und Jagen sind Geparde auf eine möglichst freie Landschaft angewiesen. Immer häufiger werden bei verendeten oder gefangenen Geparden Kratzwunden im Kopf- und vor allem Augenbereich festgestellt, die vom Rennen durch die immer dichter werdenden Dornbüsche verursacht werden. Die Verletzungen können sogar ein Erblinden der Großkatzen verursachen.

Große, pflanzenfressende Wildtiere, wie beispielsweise Nashörner, Elefanten und Giraffen fehlen auf dem Farmland inzwischen fast völlig. Da sie im Gegensatz zu grasfressenden Nutztieren wie Rindern auch Büsche verbeißen, wirken sie durch ihre Nahrungsaufnahme der Verbuschung der Landschaft auf natürliche Weise entgegen. Der CCF und die AGA setzen sich auch für den Schutz der bedrohten Spitzmaulnashörner ein und beteiligen sich am landesweiten Schutzprojekt des Umweltministeriums von Namibia.

Wertsteigerung für geernteten Busch hilft Savannenlandschaft wiederherzustellen

Um die ehemals in Namibia verbreitete Savannenlandschaft wieder herzustellen, konnte mit einer Anfangsfinanzierung der amerikanische Hilfsorganisation USAid im Jahre 2001 das Pilotprojekt des Cheetah Conservation Fund gestartet werden: die Brikettherstellung aus gepresstem Buschholz. Das Projekt wurde als ökonomisch und ökologisch besonders sinnvoll eingestuft. Die Büsche werden geerntet, getrocknet, zerkleinert und anschließend zu festen Holzbriketts verpresst und dann vermarktet.

Ist dieses Pilotprojekt erfolgreich, könnte es in industriellem Maßstab aufgezogen werden und so zur Wiederherstellung eines savannenähnlichen Lebensraumes in Teilen Namibias beitragen, der den Bedürfnissen der Geparden entgegen kommt. Durch das Projekt soll aber auch den Farmern geholfen werden, um der Verbuschung ihres wertvollen Farmlandes entgegen zu wirken. Diese Wertsteigerung für abgeernteten Busch soll Farmern einen ökonomischen Anreiz geben, ihre Farmen nach und nach ökologisch statt mit Giften zu entbuschen. So können alle profitieren.

Der Bushblok-Produktionsprozess

Das Prinzip ist einfach: "Abgeernteter" Busch wird in kleine Stücke gehäckselt, gewalzt und zu Holzbriketts von der Größe eines Bausteins gepresst. Ein solcher kompakter Block produziert eineinhalb Stunden lang eine intensive Hitze für Heiz-, Koch- oder Grillzwecke. Die Blöcke verbrennen nahezu rauchlos und sind preislich mit Holz und Holzkohle vergleichbar.

Die Ernte des Dornbusches ist bisher reine Handarbeit. Dadurch entstehen vor Ort Arbeitsplätze für ungelernte Arbeitskräfte. Für den Langzeiterfolg wird aber der Einsatz von Technik-gestützten Erntemethoden notwendig werden. Das getrocknete Holz wird noch am Ort des Einschlags mit einer mobilen Trommelhackmaschine zerkleinert und dann zur Weiterverarbeitung nach Otjiwarongo gebracht. Dort werden im Bushblok-Werk die Holzstücke unter hohem Druck und großer Hitze verpresst. Dadurch entstehen sehr feste Holzbriketts, die keine zusätzlichen Bindemittel brauchen, da das im Holz enthaltene Lignin, die Zellulose und Hemizellulose als natürliche Bindemittel fungieren. Nach dem Pressen wird der Bushblok geschnitten und verpackt. 

Die Holzbriketts tragen den eingetragenen Namen "Bushblok". Der CCF Bushblok Pty Ltd hat für sein Produkt das FSC (Forest Stewardship Council) Zertifikat erhalten. Der FSC ist eine gemeinnützige, unabhängige Organisation zur Förderung verantwortungsvoller Waldwirtschaft. 

Das Bushblok-Projekt nimmt auch an einer Studie des namibischen Ministeriums für Forstwirtschaft teil, dem NAMBIO-PROJECT, das die Machbarkeit eines 5-200MW Biomasse-Elektrizitätskraftwerkes bzw. die Biogas-Produktion prüfen soll. Die finnische Regierung unterstützt dieses Projekt ebenfalls. Für ein weiteres Pilotprojekt lieferte Bushblok Holzpellets zur Herstellung von Pressholz (Spanplatten) nach Windhoek.

Gepardenschutz schafft lokale Arbeitsplätze

Durch das Projekt sind neben den 20 Arbeitsplätzen bei der Holzernte auch Jobs in technischen Bereichen sowie in der Forschung, Landwirtschaft, Verwaltung und Vermarktung entstanden. Lokale Unternehmer könnten in Zukunft alle Bereiche selber managen oder als Subunternehmer das Holzrohmaterial liefern. Momentan arbeitet das Bushblok-Projekt sowohl direkt mit eigenen Erntekolonnen als auch lokalen Subunternehmern. So werden zusätzliche Arbeitsplätze bei Subunternehmen und im vor- und nachgelagerten Transport der unfertigen und fertigen Produkte geschaffen.

Verschiedenen Studien zufolge sind etwa 10-12 Millionen Hektar von unerwünschtem Dornbusch überwuchert, das entspricht 12-14% der Landesfläche Namibias. Andere Studien rechnen mit ca. 10 Tonnen überschüssigem Holz pro Hektar, das für Biomasseprodukte zur Verfügung steht. Somit ist genügend Rohmaterial für eine langfristige und nachhaltige Pelletherstellung vorhanden, um die ursprüngliche, savannenähnliche Landschaft wiederherzustellen, die sowohl den Farmern, der örtlichen Bevölkerung als auch den Bedürfnissen der Geparde entgegen kommt.

Die Märkte

Die CCF Bushblok-Holzbriketts werden direkt in Namibia verkauft und nach Großbritannien, Südafrika und Deutschland exportiert. Die örtliche Vermarktung umfasst den Verkauf von Pellets für Heizöfen oder von Holzbriketts zum Grillen, für Erdöfen oder offene Herdfeuer. Weitere Verwendungszwecke für die rohen Holzchips könnten Spanplatten, Zaunpfähle o.ä. sein. Ein wichtiger Aspekt beim Export der Holzbriketts ist das Führen eines "Grünen Labels". Durch das FSC (Forest Stewardship Council) Zertifikat ist dieser Anspruch bereits erfüllt. Da die Bushbloks außerdem ein rein natürliches Produkt sind und seine Herstellung vor Ort die Lebensumstände der lokalen Bevölkerung verbessert, sollte es einen Markt unter den umweltbewussten Verbrauchern in Europa geben. 

In ländlichen Gegenden im südlichen Afrika wird heute immer noch meist Feuerholz zum Kochen und Heizen verwendet. Hier will sich CCF Bushblok einen Markt erschließen. Es gibt keine zuverlässigen Zahlen über die Menge an illegal geschlagenem Feuerholz, aber dieser unkontrollierte Einschlag in großen Teilen Namibias führt zu weiterer Entwaldung, Erosion und Wüstenbildung. Der CCF Bushblok stellt daher für lokale Märkte eine gute Alternative zum gewöhnlichen Feuerholz dar, da er gut und sauber zu handhaben ist und einen hohen Brennwert hat. Die Distribution soll vor allem über lokale Kleinunternehmer erfolgen, die die Holzbriketts vor Ort anbieten.  

http://www.youtube.com/watch?v=iZvSdJYW5n0

Bilder:
© Rob Thomson/CCF