SCHUTZPROJEKT "KOALA"

Feuer im Koala-Wald

Die Bilder von den verheerenden Buschfeuern im Frühjahr 2009 in Australien sind längst aus den Nachrichten verschwunden, aber sie waren kein einmaliges Ereignis. Buschfeuer kommen in Australien in regelmäßigen Abständen vor, seit hunderten von Jahren. Die Tier- und Pflanzenwelt ist an solche, zumeist lokal begrenzte und schnell durchlaufende Buschfeuer angepasst und viele Bäume sind in der Lage, sich vor „normalen“ Buschfeuern über die Rinde zu schützen. Manche Pflanzen sind sogar auf Buschfeuer angewiesen, damit sich die Kapseln ihrer Samen öffnen können. 

Buschbrände nehmen zu 

In der heutigen Zeit haben sich das Ausmaß und die Häufigkeit der Buschfeuer aber stark erhöht und immer wieder handelt es sich dabei auch um durch Brandstifter gelegte Feuer. Dies bedroht die australische Tier- und Pflanzenwelt in immer größerem Ausmaß. Besonders schwer trifft es dabei die Koalas, denn sie fliehen instinktiv in die Baumwipfel ihrer Eukalyptusbäume. Aber gerade diese Bäume sind auf Grund ihres hohen Gehalts an ätherischen Ölen schnell entflammbar.

Allein bei den Buschfeuern im Frühjahr 2009 fielen mehr als 300.000 Hektar Wald den Flammen in der Umgebung von Melbourne zum Opfer. 

Brandkatastrophe fordert 1 Million Wildtiere 

Lokale Natur- und Tierschutzorganisationen gehen davon aus, dass allein bei dieser Brandkatastrophe mehr als 1 Million Wildtiere getötet wurden. Der Großteil der überlebenden Wildtiere hatte schwerste Verletzungen. So ziehen sich überlebende Koalas beim Abstieg vom noch heißen, verbrannten Baum meist schwere Verbrennungen an den Beinen und Schnauzen zu. Zu den Brandwunden kommt, dass die Tiere nach so einem schweren Feuer meist dehydriert und ihrer Nahrungsgrundlage beraubt sind. 

Erste-Hilfe 

Bei Buschfeuern in Australien ist in der Regel ein Netz von ausgebildeten freiwilligen Wildtierpflegern im Rettungseinsatz. Sie suchen weite Gebiete nach verletzten Tieren ab, leisten dringend benötigte Erste-Hilfe und pflegen die Tiere bei Bedarf auch über Wochen und Monate, bis sie wieder ausgewildert werden können. Dies gilt natürlich auch für Tiere, die beispielsweise im Straßenverkehr verletzt werden. 

Die AGA unterstützt die ehrenamtlichen Wildtierpfleger mit dringend benötigtem Verbandsmaterial, Salben und Medikamenten.

Auswilderung - ein wichtiger Beitrag

Da die Bestände einiger Wildtierarten, wie beispielsweise Koalas oder Felskängurus, bereits in vielen Gebieten stark zurück gegangen sind, ist die Pflege und Auswilderung der Tiere nach den Buschfeuern ein wichtiger Beitrag zum Erhalt einzelner Populationen bzw. des Gesamtbestandes und damit dem Überleben der Art. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass beispielsweise Koalas nach einem Buschfeuer wieder erfolgreich in einen geeigneten Lebensraum eingegliedert werden können. 

Aufforstung mit Futterbäumen

Neben der Pflege der geretteten Wildtiere ist zur erfolgreichen Auswilderung in manchen Fällen auch eine Renaturierung ihres Lebensraumes notwendig. Nach den verheerenden Buschfeuern 2009 in der Umgebung von Melbourne fielen so große Waldflächen den Flammen zum Opfer, dass die Tiere, die die Feuer in der Wildnis überlebt haben sowie die Tiere, die nach der Pflege wieder ausgewildert werden sollten, keinen geeigneten Lebensraum vorfanden. Gerade für die Koalas waren die Futterbäume zu knapp, so dass ihr Lebensraum und ihre Futterbäume wieder aufgeforstet werden mussten. Die AGA beteiligte sich an den großangelegten Pflanzaktionen und unterstützte freiwillige Helfer mit Baumsetzlingen.

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit zum Schutz der Koalas mit einer Spende.

Bilder © FNPW